When in Amsterdam – Orte

Da ich nicht schlafen kann und Lust habe, noch was zu schreiben, kommen jetzt mal meine liebsten Orte in Amsterdam und die, die man sich meiner Meinung nach sparen kann.

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Anne Frank Haus: Um 9 macht es auf, um 9 waren wir da. Und wurden von der Schlange des Todes empfangen (blöder Ausdruck bei diesem Ort). Da morgens der Ansturm wohl noch relativ „gering“ ist, entschlossen wir uns zu bleiben und waren dann etwa 3 Stunden später endlich drin, in diesem Kulthaus an der Prinsengracht. Und das Warten hat sich gelohnt! Das Museum ist nicht nur das instandgehaltene Versteck der Familie Frank. Es ist ein Ort, an dem man seine Bewohner noch zu spüren glaubt, auch wenn die Räume leer sind. Aber sie sind da, in den Videos, Zitaten, Filmstarbildern an den Wänden. Es ist ein beklemmender und ängstlicher Ort mit seinen steilen Treppen, engen Zimmern und besonders schlimm den verhängten Fenstern. Schon nach wenigen Minuten wird Annes Sehnen „nach allem, nach Freiheit, nach Freunden. Ich sehne mich danach, mich aussprechen zu können und allein zu sein. Könnte ich mich einmal richtig ausweinen.“ zum eigenen. Es ist ein Ort des Unglaubens und des Entsetzens angesichts der bekannten und unbekannten Schicksale, der Ungerechtigkeit, des Verrats, der Hoffnungslosigkeit. Gleichzeitig aber auch ein Ort der Inspiration und Hoffnung voller Kraft, Talent, Freundschaft. Und dem Apell Annes „would haves“ für sich selbst zu „real opportunities“ zu machen. Denn es ist auch ein Ort, an dem man „kein Held sein muss, um die Welt zu verändern.“

Ich würde hier gerne noch so viele Zitate aufgreifen, aber das beste ist, wenn ihr es selbst erlebt und euch zum Nachdenken anregen lasst!

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Museum Willet-Holthuysen: In mir steckt ein kleiner Stalker. Ich liebe es, Wohnhäuser besichtigen zu können, in vergangene Zeiten, vergangene Leben einzutauchen. Ich will so viel wie möglich über Haus, Einrichtung und Bewohner erfahren. Und das geht im Kanalhaus der Willet-Holthuysens. Auch wenn vieles verändert wurde, bringt die Ausstellung einem das reiche und kunstliebende Ehepaar näher, das das Grachtenhaus Ende des 19. Jahrhunderts bewohnte. Was sie mochten, sammelten, dekorierten. Welche Orte sie in der Stadt und ganz Europa besuchten. Wer sie waren. Besonders schön ist auch der Garten, in dem man eine kleine Pause vom Sightseeing machen kann.

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Rembrandthaus: Eine Mischung aus ehemaligem Wohnhaus und Kunstausstellung. Besonders cool war, dass eine Frau gezeigt und erklärt hat, wie zu Rembrandts Zeiten Farbe hergestellt wurde. Wenn man sich für Rembrandt interessiert ist es interessant, ich fand es aber nicht überwältigend.

Outfit Hof

Beginenhof: Die Beginen waren unverheiratete Frauen, die in diesen Gemeinschaften geschützt leben konnten ohne Nonnen werden zu müssen. Sie leben nicht mehr in den Häusern um den kleinen Hof, die sind allerdings immernoch bewohnt. Superschöne Oase, die mich unheimlich an ein englisches Dorf erinnert hat.

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Gang Nachtwache

 

Rijksmuseum: Unabhängig von den Ausstellungsstücken ist das Gebäude schon innerlich wie äußerlich sehr schön und besonders. Fast alle Besucher pilgern wohl in die Ehrengalerie im 2. Stock. Dort hängen unter anderem zwei Vermeers sowie Rembrandts Nachtwache. Wenn man früh dran ist, kann man die auch noch in aller Ruhe und aus nächster Nähe anschauen. Und sogar Fotos sind erlaubt! Aber auch der Rest des Museums ist einen Besuch wert. In 4 Etagen tummeln sich Exponate von 1100 bis 2000. Hauptsächlich Kunst aber auch Architektur, Waffen, Mode, Porzellan, Schmuck… Mit einer Gruppe kann man sich da auch gut nach Interessen aufteilen. Und der Eintritt unter 19 ist frei! ;)

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Openbare Bibliothek: Egal, ob man sich für Bücher interessiert oder nicht, die Bücherei am Hafen fasziniert – ob durch Größe, Lage, Architektur, Design, Ausstattung oder alles zusammen wie bei mir. Besonderes Highlight für mich war, dass im Ausstellungsraum die Debutkollektion der niederländischen Designerin Marga Weimans gezeigt wurde. Ich hatte die verrückten und gleichzeitig spannenden Haute Couture Kleider zum Anschauen ganz für mich und musste noch nicht mal etwas zahlen. Perfekt! Ich glaube, bis Oktober sind die Kleider noch ausgestellt, eine große Ausstellung der Designerin findet sich gerade in Groningen.

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Nemo: Ein interaktives Wissenschaftsmuseum, toll für Kinder! Spricht euch jetzt nicht so an? Mich auch nicht (obwohl es bestimmt schön und interessant gemacht ist) ABER das Museum hat eine traumhafte Dachterrasse, auf der man sich kostenlos in Stühlen oder Sitzsäcken bräunen und den grandiosen Blick genießen kann! Für Kinder (und Erwachsene) gibt es einen Wasserspielbereich, außerdem ein großes Schachbrett und ein Café. Wenn ihr bei gutem Wetter etwas entspannen wollt, solltet ihr UNBEDINGT den Aufstieg wagen.

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Grachtenfahrt: Gehört auf jeden Fall zu einem Trip nach Amsterdam dazu, da die Grachten (Kanäle) die Stadt zu etwas ganz Besonderem machen und sie sich so viel schöner entdecken lässt als mit dem Bus. Wir haben eine 1,5-stündige in einem relativ großen „Touri-Boot“ mit Glasdach gemacht. Im Nachhinein hätten wir uns lieber was Kleineres aber dafür komplett Offenes gesucht. Wir mussten uns ziemlich oft verrenken, da es sehr eng war. Und die Audiokommentare waren auch nicht so toll, die Stories des Kapitäns dafür umso lustiger!

Vondelpark: Wer Lust auf einen Parkspaziergang hat oder sich in Ruhe irgendwo hinsetzten möchte, dem würde ich den Vondelpark NICHT empfehlen. Millionen Radfahrer (wie überraschend) und sonst alles relativ ungepflegt. Es gibt da wohl viele Konzerte und andere Veranstaltungen, gibt es meiner Meinung nach Besseres (s. Beobachtungen und Nemo ;) ).

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Tassenmuseum: Ich finde es unheimlich toll, wenn Menschen Leidenschaften haben und diese ausleben. Wenn ich die Leidenschaft dann auch noch mit ihnen teile, ist eigentlich alles perfekt. Wie bei Hendrijke, der Gründerin des Tassenmuseums. Und nein, unsere gemeinsame Leidenschaft sind keine Porzellantässchen sondern HANDTASCHEN. <3 Ich lasse hier mal Bilder sprechen, nur ein Tipp noch: Kommt am besten hungrig und durstig, es gibt nämlich auch ein wunderschönes Café.

Das war jetzt mein Monsterbeitrag zu Orten in Amsterdam. Bevor ich fliege soll auf jeden Fall noch das Essen kommen.

Bis bald, Franzi

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