„Once“ – eine Bar, ein Balkon und eine Welt voll Musik

Was ist Once? Ein Musical? Konzert? Theater? Kunst? Ich kann es nicht genau sagen, aber – es ist einzigartig. Unerwartet.

Das fängt schon damit an, dass wir zehn Minuten vor offiziellem Vorstellungsbeginn nach unseren Plätzen suchen und hören: „The show already started.“ Und tatsächlich ist die Bühne gefüllt von Menschen, Musik und Tanz. Publikum und Schauspieler/Sänger/Tänzer. Es gibt keine Grenze. Allmählich werden die Zuschauer von der Bühne herunterkomplimentiert, die Lichter gehen aus, die Show, die Geschichte beginnt. Aber was ist eigentlich alles die Geschichte? Die Instrumente, die ausschließlich auf der Bühne gespielt werden. Die Kulisse, die immer wie eine Bar aussieht, aber von einer Wohnung bis zum Tonstudio alles sein kann. Der Balkon, der einzige Raum, der tatsächlich außerhalb der Bar und ihrer kleinen Welt liegt. Die Umräumarbeiten, die eigentlich Choreografien sind. Oder umgekehrt. Alles ist ein Teil des großen Ganzen, nichts wird versteckt (zumindest scheint es so). Aber das ist nur ein Teil des Unerwarteten.

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Ob Klassikkonzert…

Der zweite Teil sind die Charaktere. Die Freaks. Die Frau. die immer ernst ist sie kommt ja aus Tschechien, die ihr Klavier begrüßt, die für ihre Tochter und den abwesenden Ehemann lebt, aber Träume von Musik in anderen weckt. Der Mann, der bei seinem Vater lebt, der Staubsauger repariert, der seine Freundin vermisst, der sie aber auch nicht zurückholen will, der sich gegen Träume von Musik wehrt. Der Barbesitzer, der so gerne Karate oder Flamenco könnte. Die beiden Tschechen, die englisch in einer Fernsehserie gelernt haben und so permanent über deren Charaktere philosophieren. Der Banker, der von Kultur und Musik träumt, aber weder Stimme noch Talent hat. Die Mutter der Frau, die so viel zu wissen scheint, die aber niemand versteht. Und das nicht nur weil sie tschechisch spricht. Die junge Tschechin, die in Dublin nach einem irischen Ehemann sucht, für Whiskey aber auch jeden anderen verführt.

Live Musik

…oder Straßenperformer… „Once“ ist die Liebe zur Musik. Und dem, was sie mit uns macht.

Sie alle sind traurige Figuren, im Leben „gestoppt“ ohne Hoffnung auf Bewegung. Und zu ihnen kommt „Once“ wie ein Märchen, ein Traum, eine Vision. Dinge einfach tun, Wünsche erfüllen, Musik machen, um zusammenzuwachsen, Gefühle zu verstehen und verständlich zu machen, Erfolg zu haben, glücklich zu werden. Werden sie das? Wenn die Musikblase platzt, wird da wieder Stillstand einkehren? Oder wird etwas geschehen sein, etwas entstanden aus den Tönen, den Stimmen, Melodien? Werden sie Bewegung bringen? Egal wie die Antwort lautet, so etwas erlebt man nur „Once“.

Hier nochmal ein kleiner Eindruck (andere Schauspieler, aber sonst wirkt es sehr ähnlich):

Trailer der Londoner Version

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2 Gedanken zu “„Once“ – eine Bar, ein Balkon und eine Welt voll Musik

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