1 Jahr – 5 Lieblingsgefühle als Au Pair

Heute ist es ganz offiziell ein Jahr her, dass ich in den Flieger stieg – beziehungsweise die Achterbahn:

„Ein Au-Pair Jahr ist wie eine Fahrt mit der Achterbahn. Zuerst möchte man unbedingt damit fahren und ist sehr fasziniert von der Vorstellung, dann geht es Schlag auf Schlag. Man steigt ein und es kommen die ersten mulmigen Gefühle. Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle, Höhen und Tiefen. Dann geht es ganz schnell. Am Ende ist man ein bisschen traurig, dass es schon vorbei ist, stolz, dass man es überlebt hat, erfreut wieder festen Boden unter den Füßen zu haben, aber eigentlich würde ich am liebsten sitzen bleiben und nochmal fahren!“

Dieses Zitat ist ziemlich perfekt für all die Gefühle, die ich in den letzten Monaten gefühlt habe. Ich glaube, kaum eine Zeit meines Lebens war so emotional in beide Richtungen – himmelhochjauchzend; zu Tode betrübt. Hier mal die fünf schönsten Hochs, ohne spezielle Abstufung:

1. Zuhause sein: Ich habe mich von Anfang an in meiner Gastfamilie wohlgefühlt. Besonders in Connecticut fühlte sich mein Zimmer von Anfang an wie meins an, Heimweh hatte ich ganz lange gar keins. Aber ich war trotzdem nicht zuhause. Alles war neu, aufregend, spannend. Aber nicht vertraut, heimisch, heimelig. Nach etwa fünf Monaten, als wir Ende Dezember nach Connecticut zurückkamen, war dann da dieser Moment. Tür auf, Koffer rein und es riecht nach zuhause. Im Schrank hängen meine Kleider, in der Schublade liegt mein immer voller werdendes Scrapbook. Ich schreibe Freunden, dass ich wieder da bin, kuschele mich in die vertraut riechende Bettwäsche. Bin zuhause.

Seitdem hatte ich dieses Gefühl noch öfter, zum Beispiel als wir das zweite Mal nach Tacoma kamen und immer wieder erwischen mich diese kleinen Momente unvorbereitet, dafür aber mit umso mehr Glück verbunden.

Stafford

Spartanburg

Ruston Way, Tacoma

2. Kinderliebe: Eine kleine Hand, die sich in deine schiebt, fest drückt, ein Arm, der sich um deinen wickelt, ein warmer Kopf mit nach Babyshampoo duftenden Haaren an deiner Wange, „I love you.“, „I want to be with you.“, „You are my favorite Franzi.“, Cuddle oder Kiss Monster, zum menschlichen Sofa werden, Tickle Tortures,… Das sind nur einige der schönsten Momente des Au Pair Alltags. Ich habe das Glück, dass sie für mich wirklich zum Alltag gehören, fast täglich vorkommen, ich mich geliebt fühle und diese kleinen Monster ebenso mit Liebe überschütten will. Das macht alle Streitereien, tausendfach wiederholte Sätze, Schreien und Weinen über Kleinigkeiten, spontane Taubheit wieder wett. Und ist einfach unersetzlich. Und wunderschön.

Blätterwerfen, Blog

20141227_002925

Bumblebee Forest und Ladybug Rose

20141229_014203

3. Neues entdecken: Das erste Mal in einer neuen Stadt, einem neuen Zuhause, einem neuen Park oder Café. Schönheit findet man überall. Kleine Überraschungen warten überall. Solange wir sie zulassen, die Augen offen halten, bereit für Neues sind. Es ist oft ein Sprung ins kalte Wasser, es ist mit Angst, Zweifeln und Unsicherheit verbunden, aber das ist es wert. Denn dann ist dieses Neue plötzlich da, ich stehe tatsächlich auf dem Rockefeller Center, liege tatsächlich in meinem neuen Bett, genieße einen ganz anderen Blick auf Hartford, schlürfe ein zukünftiges Lieblingsgetränk. Der Bauch kribbelt, da ist dieses: „Warum habe ich das nicht schon früher gemacht? Das werde ich noch viel öfter machen!“

20150614_162147

Geflasht von New York!

Central Park

Cutest Cafe

4. Besuch von Zuhause/ Reunions: Ein Tag mit Alina in Boston, eine Woche mit Franzi nach drei Monaten Trennung, Vanessa in North Carolina treffen, Mama für zwei Wochen mein neues Leben zeigen, Nathalie, Patricia oder Chrissi Monate nach den Orientations wiedersehen und unsere Wege vergleichen, der Besuch in Deutschland nach fast einem Jahr. Das schönste an all diesen Momenten? Man merkt, dass man nicht alleine ist. Freunde und Familie sind auch noch da, wenn man es nicht mit dem Skypen schafft, man nicht direkt auf eine Nachricht antwortet, man sich entfernt fühlt. Denn wenn man sich erstmal wieder in den Armen hält, schrumpft diese Trennung zusammen und wird durch gemeinsame Erinnerungen und eine gemeinsame Zukunft ersetzt.

Die hatte es drauf!

Mama White House

Happy New Year

5. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Das war ich definitiv nicht immer. Gerade durch vieles Reisen und drei Wohnorte, verpasst man sich, schafft man nicht alles, muss man Kompromisse eingehen. Und manchmal klappt es dann doch. Da ist Vanessa mit ihrer Gastfamilie in North Carolina als ich gerade in South Carolina bin und auch das Auto zur Verfügung habe. Da ist Jodi Picoult in Connecticut, wenn ich auch da bin. Da fliege ich mit Mama nach DC und es bleibt noch ein Tag, um Alina zu sehen. Da ist meine Gastfamilie an dem Tag in einem Strandhaus bei Charleston, an dem ich die Stadt mit Lu besuche. Da bin ich während meines Deutschlandurlaubs an dem Tag in London, an dem Franzi zu einem Taylor Swift Konzert geht. Diese Dinge passieren. Und wenn sich solche Chancen abzeichnen, sollte man sie schnappen und tun, was man kann, um sie zu verwirklichen. Denn so macht man Träume wahr.

Up close

Schönster Morgen!

Fairfield, Jodi Picoult

Bis morgen mit einer neuen Liste, Franzi

Advertisements

3 Gedanken zu “1 Jahr – 5 Lieblingsgefühle als Au Pair

  1. Ich finde deine positive sowie deine negative Liste super hilfreich und spannend zu lesen:) ich gehe in 10 Tagen auch für ein Jahr als Au pair nach London und bin super aufgeregt und habe mich auch schon darauf eingestellt das mich all diese Gefühle überumpeln werden :D aber schreiben hilft! :) Liebe Grüße Pauline

    Gefällt mir

      1. Hey, du hast recht ein Tag vorher ist bis jetzt der schlimmste !!:( jetzt realisiert man alles das es los geht und fängt schon an Sachen zu vermissen obwohl man sich auch freut und aufgeregt ist…alles so durcheinander.
        das wollte ich nur nochmal schreiben :)

        Gefällt mir

Was denkst du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s