Spontanes Reisen – 8 schönste Planänderungen

Ich bin ein Planer. Ich mache mir Zeitpläne, schreibe To Do Listen, suche die besten Routen und billigsten Angebote. Vor der Reise. Ich mache das, um meine Vorfreude zu steigern, aber auch, um zu wissen, worauf ich mich einlasse.

Und dann geht die Reise los und eins ist sicher: Sie wird nicht nach Plan verlaufen. Und hier übernimmt dann die spontane Franzi, die nach Regenunterschlüpfen sucht oder Locals um Empfehlungen bittet. Und damit oft die schönsten Momente schafft. Hier möchte ich 8 dieser Planänderungen mit euch teilen. Warum 8? Ich habe einfach spontan meine Erinnerungen durchkramt und drauf losgeschrieben und das hier kam dabei heraus.

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Delphine

  • Delfine auf Tybee Island. Ein sonniger und heißer Morgen in Savannah, Georgia, der letzte Tag eines bis dahin wunderschönen, langen Wochenendes. Der Plan ist zu einer Plantage zu fahren, diese zu besichtigen und ab nach Hause. Allerdings würden wir so den Großteil des Tages im Auto verbringen, meine Freundin, die fahren muss, fühlt sich nicht so sicher, das Wetter ist auch eigentlich zu schön. Während ich im Hotelzimmer warte, durchblättere ich eine Broschüre und sehe: Tybee Island. Dolphin Tours. Ein Kindheitstraum zum Greifen nah. Zwei Anrufe später haben wir die letzten zwei Plätze in der nächsten Tour ergattert und sind auf dem Weg nach Tybee Island. Was folgt, wird der Höhepunkt eines unvergesslichen Wochenendes!

Hidden Lake.

Happiest Place

  • Ice Cream Factory und Vermonts Landschaft. Vermont hat viel Natur und verhältnismäßig wenig Attraktionen. Das wird mir bewusst, als ich nach einem Tag in diesem Staat nach Inspirationen für den nächsten Tag suche. In meinem Instagram Feed werde ich bei dem Foto eines Mädchens stutzig. Die war doch mal Au Pair in Vermont… Ich scrolle mich durch ihre Fotos und sehe schon bald zwei magische Tickets. Ben and Jerry’s Ice Cream Factory. In Vermont. Nichts wie hin da! Was wir nicht erwarten. Der Weg dorthin ist mindestens so wunderbar wie die Führung und das Eis essen. Verschlungene Straßen, grüne Berge und idyllische Seen. Es braucht nicht immer Attraktionen, um sich in einen Ort zu verlieben.

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  • Chicagos ehemalige Bibliothek und Hancock Center. Nach Chicago starteten eine Freundin und ich mit einer enormen To Do Liste. Und arbeiteten diese mehr oder weniger an unserem ersten Tag ab. Zwei weitere Tage gab es noch zu füllen, unsere Ideen hielten sich in Grenzen. Spontan meldeten wir uns am zweiten Tag zu einer kostenlosen Walking Tour an. Und unser Guide erwies sich als Engel. Er war der absolute Chicago Experte und sprudelte vor Insider Tipps. Dank ihm aßen wir die beste Deep Dish Pizza, entdeckten das wunderschöne Gebäude der ehemaligen Bibliothek und hatten den spektakulärsten Lunch mit Blick über die Stadt und Lake Michigan im Hancock Center. Nichts davon auf unserer To Do Liste, aber umso mehr genossen.

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  • Steilacoom. Klingt wie ein Indianerreservat, ist tatsächlich ein kleiner Fleck Paradies in Washington State. Den meine Gastfamilie und ich nur dank meiner phänomenalen Navigationskenntnisse entdeckten… Eigentlich waren wir auf dem Weg zu einem Golfpark, in dem die US Opens stattfinden werden. Aufgrund Verwirrung meinerseits fuhren wir an dem aber knapp vorbei und fanden uns auf einer nicht sehr einladenden Straße wieder. Mangels Alternativen folgten wir dieser auf der Suche nach einem Ort zum Wenden und fanden uns in Steilacoom wieder. Ein zuckersüßer kleiner Ort, mit weichem Sandstrand, grünem Park, glitzerndem Wasser und einem Dachterrassenrestaurant mit den leckersten Süßkartoffelpommes überhaupt. Ein vollkommen ungeplanter Erfolg!

No Garage around

Brooklyn Hights.

  • Stoop Sales in Brooklyn. Garage Sales sind in den USA ein echter Klassiker, wenn es um das Verkaufen von gebrauchtem Hab und Gut geht. Von Stoop Sales (Stufen Verkäufen) hatte ich dagegen noch nie gehört. Bis ich auf dem Weg zum Brooklyn Fleamarket diesem Schild über den Weg lief und mich spontan entschloss ihm zu folgen. Auf den Stufen der typischen Townhouses sitzende Menschen, die Sex and the City reife Klamotten verkauften und supersüße, ruhige Viertel, die Welten vom lauten, baustellenbevölkerten Brooklyn entfernt schienen, belohnten mich. Hier würde ich auch gerne leben und auf Stufen meine wunderschönen Klamotten verkaufen.

Beach Park

  • Washingtons Strände. Wieder einmal war ich mit meiner Gastfamilie unterwegs, eigentlich auf dem Weg zurück nach Tacoma, WA, wo wir für unseren Flug nach Connecticut zwei Tage später packen müssten. Aber warum sollte man tun, was man tun müsste? Wir ließen uns treiben, fuhren die wunderschöne Küste Oregons und Washingtons entlang, fanden einen traumhaften Strand, leckeres Essen mit einem tollen Blick und ein Hotel direkt am Meer. Und so blieben wir eine Nacht, ließen uns nicht von Kälte oder Nässe abschrecken, nahmen den Moment wie er kam. Bevor es am nächsten Tag wieder in die Realität und zu einem sehr stressigen Packmarathon zurückging. Der es aber absolut wert war!

Perfekte Regenbeschäftigung

Rooftop Lounge

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  • FIT Museum und Rooftop Lounge. Der nächste Punkt bringt mich wieder in meine Lieblingsstadt New York City. Es war mein erster allein organisierter Besuch dort und meine Pläne wurden durchkreuzt. Von Regen. Viel Regen. Während ich mich anfangs noch durchkämpfen wollte, war mir nach einer Weile nur noch kalt und es war klar, dass eine Alternative her musste. An dieser war ich beim Verlassen des Reisebusses vorbeigelaufen. Dem FIT Museum, ein kostenloses Modemuseum. Mit einer Ausstellung zu Ballett und Mode. Wer mich kennt, weiß, dass diese Ausstellung wie für mich gemacht ist. Und sie war wunderbar. Danach traf ich mich mit zwei Freundinnen, die in der Nähe von NY leben und gingen zu 230 Fifth, einer Rooftop Lounge, die wir ebenfalls nur aufgrund des Regens fanden. Ein Bild der Aussicht sollte dazu alles sagen (es hörte pünktlich als wir uns zum Aufbruch bereitmachen auf zu regnen und die Sonne kam raus), dazu gab es noch einen riesigen, superleckeren Brunch.

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Cupcake

  • Cupcakes in New Orleans. Und wieder eine Regenflucht. Ich war Im Art District unterwegs, hatte ein Museum sowie mehrere Galerien bereits durch. Und es schüttete immernoch. Eigentlich wollte ich im French Quarter Beignets essen, allerdings wäre das noch mindesten 30 Minuten Fußweg entfernt gewesen. Im Gegensatz zu Bittersweet an der nächsten Ecke. Mein Retter in der Not. Ein Cupcake Store mit einer ganzen Karte von Coffee Cocktails (also allen möglichen Geschmacksrichtungen), Peanut Butter Banana Cupcakes, einem freundlichen Koch, der mir ein Handtuch gab, WLAN und Steckdosen. Hier ließ es sich mehr als gut auf das Ende des Regens warten und die Beignets gab es dann einfach am nächsten Morgen.

Obwohl ich schon viel spontaner geworden bin, schon viel weniger plane als noch vor ein paar Monaten, würde ich nie ohne einen groben Plan, eine kurze To-do Liste aufbrechen. Denn: Pläne sind dazu da, dass man von ihnen abweicht und ohne sie sind die Vorfreude sowie die Spontanität vor Ort doch auch nur halb so schön.

Auf die Idee zu diesem Post hat mich die Blogparade von Jolly&Luke gebracht, vielen Dank für diese tolle Inspiration!

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3 Gedanken zu “Spontanes Reisen – 8 schönste Planänderungen

  1. Hallo,
    durch deine AIFS Posts auf Insta bin ich irgendwie auf deiner Seite hier gelandet und finde deine Seite ganz fantastisch. War selber AuPair close to NY und kann diesem Post nur zustimmen: To do lists sind wichtig, aber spontane Planänderungen sind meist die Schönsten. Vielen Dank für viele Reise-Ideen. Sehr schönet Seite :)

    Lg,

    LENA

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