Fünfzehnmonatsfazit

Reichlich spät, aber dennoch. Der Oktober ist schon lange vorbei, ich bin bereit für Thanksgiving, arbeite an der Planung für die Adventszeit, freue mich auf Weihnachten. Dabei war vor ein paar Wochen doch erst Halloween und ich noch total in Grusel- und Geisterstimmung. Dahin geht es jetzt in meinem Monatsfazit zurück:

Mit meiner Gastfamilie … war ich in Seattle auf diversen Spielplätzen und durfte als plötzlicher Seattleexperte sagen, wo’s lang geht.

… war ich beim Konzert meiner Hostmum, wo ihr deutscher Bruder schockiert über die Nationalhymne zur Einstimmung war. Welcome to America!

… habe ich mich in den neunmonatealten Neffen meiner Hostmum verliebt.

… mit den Kids war ich in einem supersüßen Kindermuseum und wurde auf dem Weg von der Polizei angehalten – wegen eines abgelaufenen Nummernschilds!!

… bin ich über Nacht von der West- an die Ostküste geflogen – und habe das erste mal in einem Stuhl am Flughafen geschlafen.

… war ich in Yale in der Aufführung einer russischen Primaballerina. So wunderschön!

… habe ich höchst kreativ Kürbisse geschnitzt.

… habe ich Halloween Kostüme vorbereitet und Gesichter bemalt.

… habe ich bei einer Movie Night in der Schule „Hotel Transylvania“ geschaut. So süß!

… war ich bei uns im Ort beim „Cornucopia Day“, der eigentlich nur ein Markt mit Herbstaktivitäten war, fühlte mich aber wie in den Tributen von Panem.

… war ich beim Trick or Treaten, um endlich den Preis für all die Halloweensaufregung und Vorfreude zu ernten.

Mit Freunden … habe ich Red Robin Burger für mich entdeckt – auch wenn sie nicht an die bei Chili’s rankommen!

… war ich bei den Salmon Days in Issaquah, WA, und schockiert, wie riesig Lachse sind.

… war ich im Kino in „The Intern“, „Pan“ und „Hotel Transylvania 2“. Und habe „Papertowns“ und „Peter Pan“ geschaut. Ich will nie erwachsen werden…

… habe ich beim Au Pair Treffen auch nochmal Kürbisse geschnitzt. Und dabei viel zu viele Reese’s Peanutbutter-Schoko-Kürbisse gegessen!

… war ich das erste Mal indisch essen. Yummy!

… war ich auf einem Apple Festival, das in einer amerikanischen KLEINstadt, als Highlight gilt, für uns aber eher unspannend war.

… war ich in Salem, Rockport und Sturbridge (an verschiedenen Tagen) in Massachusetts. Es geht nichts über wochenendliche Roadtrips!

… habe ich von einer ganz lieben Freundin mit viel Cheesecake Abschied genommen.

… war ich in einem Trampolinpark, der neben super viel Spaß auch ein echtes Workout war. Total verschwitzt!

… habe ich Halloween mit „echten Amerikanern“, vielen Au Pairs, einer Handmassage, Cards against Humanity, viel zu viel Essen und einem Heiratsantrag von Mister Greencard gefeiert.

… habe ich einen Flug nach LA gebucht. Can’t wait!

Allein … war ich vorallem ab Mitte des Monats extrem motiviert im Gym (das ließ Anfang November leider etwas nach, aber jetzt bin ich wieder dran).

… habe ich mir einen schönen Morgen im Seattle Art Museum, dem Olympic Sculpture Park und Belltown gemacht, während die Kiddos in der Schule waren. Ich liebe Seattle!

… habe ich viel zu viele Abende damit verbracht, in letzter Minute meine College Hausaufgaben fertig zu machen. Da hat sich leider seit der Schule nichts verändert.

… habe ich über diverseste Zukunftsszenarien gegrübelt und Praktikumsbewerbungen für meine Rückkehr nach Deutschland geschrieben. Beunruhigend.

… habe ich das erste Mal als freiwillige im ältesten Kunstmuseum der USA in Hartford, CT gearbeitet. Und ich liebe es!

Stimmung: Ich habe den amerikanischen Herbst im letzten Jahr absolut lieben gelernt, das Wetter in Connecticut, den Pumpkin Spice, den Halloweenwahnsinn. Entsprechend hoch waren dieses Jahr meine Erwartungen und die Angst, dass diese enttäuscht würden. Wurden sie nicht. Ich habe den Herbst noch einmal in vollen Zügen genossen und genutzt – sowohl mit den Kindern, als auch mit Freunden und allein. Das heißt natürlich nicht, dass das alltägliche Gefühlschaos zwischen „Ich will hier niemals weg!“ und „Wann komm ich hier endlich raus?“ nicht dabei war.

Monat in Bildern:          Seattle und Washington

20151008_144651

20151008_170854

20151004_171719

Connecticut und Massachusetts

20151023_091710

Apple Festival 2

SturBRIDGE

Most Beautiful Town

State Park

Halloween Vorbereitungen und Ausführung

Pumpkins

20151031_230453

20151031_230530

20151031_230739

20151031_233620

FB_IMG_1446386265319

 

Neu entdeckt/erstes Mal: 

  • Lachse gesehen – lebendig wohlbemerkt!
  • Bei Red Robin gegessen – nicht das letzte Mal!
  • Am Flughafen geschlafen – gemütlich ist leider anders.
  • Meinen liebsten Cheesecake Factory Cheesecake – Mango Lime irgendwas. :D
  • Mich mit einer Italienerin angefreundet.
  • Eine Ballerina des Mariinskis gesehen – traumschön!
  • Bosus – das sind so halbe Bälle in der Gym (tolle Erklärung) und die sind suuper!
  • Indisch essen gegangen – sicher auch nicht das letzte Mal!
  • In einem Kunstmuseum gearbeitet – „Welcome to the Wadsworth!“
  • Durch einen Trampolinpark gejumpt – ich wünschte ich könnte auch coole Saltos machen.
  • Cards against Humanity gespielt – das brauche ich auch in Deutschland.
  • Einen Heiratsantrag bekommen – wenn auch nur als eine von vielen mit Plastikring!

Vor einem Jahr: Der Oktober war einerseits super spannend und ereignisreich, mit Besuch aus der Heimat von der liebsten Franzi, diversen New York Besuchen, dem ersten Treffen mit der Familie meines Hostdads, der Jodi Picoult Lesung, dem ersten Halloween,… Letztes Jahr habe ich mich in New York, den Herbst, den Monat Oktober und Pumpkin Spice verliebt. All diese Lieben bestehen immer noch und wurden auch im letzten Monat wieder gut ausgeschöpft, allerdings war dieser Oktober ruhiger. Ich war zwar jedes Wochenende unterwegs, habe neue Orte entdeckt, neue Dinge probiert, aber doch bin ich – gerade in meinem Leben in Connecticut – einfach schon angekommener und ruhiger. Ich genieße all die Trips und kleinen Abenteuer, aber sie sind nicht mehr so überwältigend und aufregend wie vor einem Jahr. Einerseits genieße ich diese Sicherheit, dieses Zuhause Gefühl, Gespräche mit vertrauten Menschen und sich einfach mal einkuscheln, andererseits will ich es mir in diesem Gefühl auch nicht zu gemütlich machen, sondern weiter reisen, weiter entdecken und mit (über)fordern.

Gleichzeitig mit Aufregung und Spannung war der Oktober letztes Jahr auch der Anfang vom Ende meiner „Honeymoon“ Zeit als Au Pair. Ich lebte nicht mehr auf einer rosaroten Wolke, sondern erkannte, dass ich mich zwar in einer neuen, aber doch einer Realität befand. Dinge gingen schief, es gab Enttäuschungen, Diskussionen, Konflikte. Es war nicht mehr alles wunderbar und die USA nicht mehr das Paradies. Ich hatte das erste Mal Heimweh, (Selbst)Zweifel meldeten sich. Darüber müsste ich ja jetzt – nach über einem Jahr in diesem Leben ja eigentlich hinweg sein. Müsste mich sicher fühlen, wo ich bin, mit mir und meinem Leben im Reinen. Schön wär’s. Das Gefühlschaos, die Gedankenachterbahn, die Freude, Aufregung, die Enttäuschung, das Vermissen, haben mich wohl kaum einen Tag in Ruhe gelassen. Ich weiß, dass das hier ist, was ich will, dass ich hier sein will, niemals weg will, immer weiter reisen möchte. Und dann weiß ich das plötzlich nicht mehr, fühle mich unzufrieden, allein, fehl am Platz. Bis wieder etwas Gutes passiert, die Kinder einfach die süßesten sind, die Vorfreude auf etwas erwacht. Und das ganze Chaos wieder von vorn losgeht.

Blick in die Zukunft: Da es ja schon fast Ende November ist, sind einige Highlights, wie der Besuch meiner liebsten Katha und unser Wochenende in New York leider schon vergangen, aber es gibt trotzdem einiges, worauf ich mich in den nächsten Wochen freue

… Thanksgiving! Es wird noch etwas gebastelt, gebacken und gekocht und dann ist es auch schon Zeit für einen der schönsten Feiertage, die die USA zu bieten hat.

… LA! Nur einen Tag nach Thanksgiving werde ich in den Flieger steigen. In einen neuen Staat, eine neue Stadt reisen. Und hoffentlich drei sonnige Tage in dieser Stadt verbringen, von der jeder mir sagt, dass sie hässlich ist, aber die man doch mal gesehen haben muss.

… die Adventszeit! Adventskalender, St. Nikolaus, Kekse backen, Weihnachtslieder singen, Kerzen anzünden, Tee trinken. Letztes Jahr war ich bis nach Weihnachten nicht wirklich in Weihnachtsstimmung, dieses Jahr war ich schon Anfang November voll dabei. It’s the most wonderful time of the year!

… Philadelphia! Das ist noch nicht so richtig geplant, aber wahrscheinlich fahre ich im Dezember mit zwei Freundinnen nach Philly, denn dort gibt es einen deutschen Weihnachtsmarkt. Und ja, es lohnt sich vier Stunden für einen Weihnachtsmarkt zu fahren.

… Deutschland! Nur noch etwas mehr als einen Monat, bis es für Weihnachten nach Hause geht, allerdings fühlt es sich an als sei das noch Welten entfernt. Die Vorfreude stellt sich so langsam trotzdem ein.

Bis bald schon mit meinem Fazit zu 16(!!) Monaten in den USA,

Franzi

 

 

Advertisements

Was denkst du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s