Warum ich den Winter nicht mag…

Gerade fand ich diesen Text aus dem letzten Jahr auf meinem Laptop wieder, da gab der Winter meinen Plänen schon einen kräftigen Schneestoß und ließ sie in sich zusammenfallen. Wegen vorhergesagtem Schneeregen in South Carolina (wo heute noch so 10 Grad ÜBER null sind), werden gleich mal alle Flüge gecancelt. Inklusive meines nach Houston übers Wochenende. Yehaa und Cowboystiefel, ade… Aber immerhin habe ich jetzt Zeit diese Winterhasstirade zu vervollständigen, denn die ist noch genauso wahr wie letztes Jahr. Hier also fünf Gründe (neben abgesagten Flügen), wegen der ich den Winter nicht mag. Man könnte sogar sagen hasse…

Snow in NY

Kälte und Dunkelheit. Diese beiden Faktoren sind die Auslöser für so ziemlich alles andere… Ich friere ja generell schnell, habe auch im Hochsommer immer zumindest einen Cardigan einstecken (besonders bei amerikanischen Klimaanlagen) und kann eigentlich immer einen heißen Tee, Kaffee (wenn gesüßt) oder Schokolade trinken. 10 Grad Celsius reichen mir absolut, um mich gemütlich einzukuscheln, die Strickpullover und Kuschelsocken rauszukramen. Wieso müssen es dann -20 sein?? (Und ja, das hatten wir nicht nur einmal!) Dadurch wird das einkuscheln dann zur einzigen Überlebensstrategie und parallel das Rausgehen zur Qual. Ebenso die Dunkelheit -> Morgens in nächtlicher Schwärze aufstehen und ab 4 Uhr nachmittags schon wieder vergeblich nach Sonne suchen. Da kann man doch nur müde, antriebs- und lustlos sein…

Im Schnee

Eis und Schnee. Solange man sich drinnen aufhält und Schnee und Eis dekorativ in der Sonne glitzern, ist das ja noch ganz schön. ABER dann geht man raus. Versinkt mindestens bis zu den Knöcheln oder auch mal bis zu den Oberschenkeln (ja, das ist mir schon passiert!) im Schnee. Natürlich ist es eiskalt und wahrscheinlich auch dunkel. Der Schnee wird auf der Haut nass. Füße, Beine, Hände verwandeln sich in Eisblöcke. Sollte es gerade schneien, werden Gesicht und Hände ebenfalls vereist. Man marschiert weiter. Da es dunkel ist und alles vollgeschneit, sieht man natürlich nicht das Eis, welches sich tückisch unter der weißen Pracht verbirgt. Ein falscher Schritt, der Boden ist kein sicherer Grund mehr, man rutscht aus, findet sich ein Blinzeln später auf dem Boden wieder. Im Schnee. Wahlweise mit schmerzendem Knie/Hüfte/Händen. Ist aber gar nicht so schlimm, die blauen Flecken sieht sowieso niemand, denn mein täglicher…

Winter Outfit
Winterlook besteht aus Lagen. Vielen Lagen. Wenn der Herbst kommt, male ich mir noch pinterest reife Winterkombinationen aus. Dunkle Jeans, hohe Stiefel, ein kuscheliger Pulli und Blazer. Oder ein elegantes Kleid mit Schal und zweireihigem Mantel. Wie oft ich diesen Winter so etwas getragen habe? Gut geschätzt vielleicht zwei- oder dreimal. Die Gründe, dass der modische Winter so auf der Strecke blieb, sind zum einen mein eher begrenzter Kleiderschrank hier in den USA. Weder verfüge ich über hohe Stiefel noch einen zweireihigen Mantel. Und ich kaufe mir solche Stücke auch nicht, denn sie sind nicht wirklich „auf dem Boden Spiel“/“Schneemann bau“/“Putz, Aufräum und Koch“ kompatibel. Und da ich mit solchen Tätigkeiten einen Großteil meiner Zeit verbringe, passt „Elegante Fashionista streift durch die winterliche Großstadt“ nicht so zu „Faules Au Pair ist eingeschneit in neuenglischer Kleinstadt“. Apropos eingeschneit, hier kommen wir zum Hauptgrund meiner Modeunlust: Es ist zu kalt. Ich möchte nicht schön aussehen, wenn ich dafür erfrieren muss. Hier also mein typisches Winter Outfit of The Day: Strumpfhose, drüber Leggins, manchmal auch zwei, Kuschelsocken, Top, T-Shirt, Langarmshirt, Pulli oder Cardigan und Schal. Draußen dann wasserfeste Stiefeletten (habe nur ein paar), einen dicken schwarzen Wintermantel, Handschuhe, Strickstirnband, Fellkapuze auf. Jeden Tag. Seit gefühlten sechs Monaten…

Rudi im Schnee.

Wegen Winter geschlossen. Gerade im Urlaub in Maine fiel mir das immer wieder auf. Restaurants – closed for the Season. Museen – Winter Hours. Selbst wenn Parks, Strände oder Seen nicht geschlossen wären, würde man sie unter Schneemassen begraben, nicht unbedingt aufsuchen wollen. Was macht man im Winter? Wie verbringt und genießt man die Zeit (mit den Kindern), wenn sich fast alle Einrichtungen zu verschwören scheinen und sich entscheiden, zu schließen. Klamotten shoppen ist zu teuer und macht keinen Spaß, wenn man sich jedes Mal aus unzähligen Lagen schälen muss. Irgendwann sind alle Kinofilme geguckt, alle Restaurants probiert. Ein kleines Getaway in die Wärme wäre schön. Würden da nicht auch die Flüge wegen Schnee/Eis/Gemeinheit gecancelt. Da bleibt nur noch eins: Vorfreude aufdrehen und den Frühling/Sommer planen. Wenn das Leben wieder losgeht.

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Laune. Grau, kalt, blaue Flecken und nichts zu tun. Ziemlich selbsterklärend, oder? Im Sommer ist mein Tatendrang normalerweise durch nichts zu stoppen, die Liste der Unternehmungen ist endlos und ein Regentag kommt da meistens gar nicht so ungelegen, um zwischendrin auch mal ein bisschen zu entspannen. Im Winter wird das „zwischendrin entspannen“ zum Dauerzustand, durchbrochen von einzelnen Highlights wie einem Skitagestrip mit den Mädels. Der Rest ist Warten. Warten auf das Ende des Tages, das genauso dunkel ist, wie sein Anfang. Warten darauf, dass das Wasser für den Tee kocht oder die Dusche heiß wird. Warten auf den Frühling. Und das Leben…

Man möge mir unterstellen können, dass ich ein wenig zur Melodramatik neige, aber jetzt sind die ganzen negativen Gedanken raus und ich kann wieder versuchen, positiv zu denken. Und nach alternativen Flügen in ein paar Wochen suchen…

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