Leseliebe und Filmeinung / Warum ich mich am Ende der Welt erfreue…

Eine Epidemie, die Gefahr des Mondes, die Anderen… Diese drei könnten laut der Autoren von „The Way We Fall“, „Life as we knew it“ und „The Fifth Wave“ für das Ende unseres Lebens verantwortlich sein. Des Lebens, wie wir es kennen, an das wir gewöhnt sind. Oder sogar das Ende der Menschheit, der Welt? Auch wenn die zwei Bücher und der eine Film ihren ganz eigenen Stil, eigene Charaktere, Ideen und Handlungen habe,n verbinden sie durch die Endzeit Thematik auch viele Parallelen und die möchte ich hier beschreiben und versuchen zu erklären, was mich so reizt, am Tod und der Zerstörung am Ende der Welt…

Quelle: barefootmeds

Alle drei Geschichten fangen mit harmlosen Highschool Leben an. Das typische Leben amerikanischer Teenager, wie Hollywood es uns vorgaukelt und es hier vielfach auch passiert. Wer lädt wen zur Prom ein? Welches Hobby ist cool und wird trotzdem von den Eltern genehmigt? Da sind zu viele Hausaufgaben, nervige Geschwister, Streit mit den Eltern. Besonders die Protagonistin in „Life as We Knew it“ fand ich am Anfang unerträglich naiv und oberflächlich (was für den Fortgang der Handlung aber perfekt war). Auch der Verlust einer ihrer besten Freundinnen scheint ihr keine Tiefe gegeben zu haben. Sie kreist ausschließlich um sich selbst, versucht die Menschen in ihrem Umfeld nicht zu verstehen. „When you are in Highschool everything feels like the end of the World“, denkt Kassi in „The Fifth Wave“. Alle drei Geschichten haben diese Arten vom Ende der Welt. Der beste Freund, zu dem Funkstille herrscht. Die schwangere Freundin des geschiedenen Vaters. Der geheime Schwarm. Und dann wird dieses Ende der Welt plötzlich zu etwas Wörtlichem, Greifbaren. Der Mond kommt näher und bringt Gezeiten und Alltag aus dem Gleichgewicht, eine unbekannte Krankheit fordert die ersten Todesopfer, die Anderen schicken die erste Welle und rauben die Elektrizität. Es beginnt als Spektakel, als Spannung und Attraktion, wird nur langsam bedrohlich.

Quelle: kirbyhowell

Die Katastrophe kommt nicht unmittelbar, sondern Schritt für Schritt. Und mit jedem Schritt hat sie die Unsicherheit, die Angst und Nervosität auf den Fersen. Das Leben ändert sich, aber die Maßstäbe tun es noch nicht. Das ist nur eine Phase, das wird vorbei gehen. Bald wird wieder alles „back to normal“ sein. Und dann wird die Gefahr unübersehbar, die blanke Angst kommt und mit ihr verrücktes Einkaufen, das aussetzen sozialer Normen. Das Leben, das wir alle kennen und (wenn auch unbewusst) lieben, rückt immer weiter in die Ferne. Maßstäbe und Einstellungen müssen folgen, sich anpassen. Die globalen Auswirkungen der Katastrophen scheinen weit weg. Informationen sickern nicht mehr so leicht durch, da sind Überflutungen, Vulkanausbrüche, Angriffswellen, zahllose Tote.

“We’re here, and then we’re gone, and it’s not about the time we’re here, but what we do with the time.”:
Quelle: Pinterest

Und da sind die unmittelbaren Konsequenzen: keine Elektrizität, kein Benzin, kein frisches Wasser oder Lebensmittel. Winter im Sommer, Naturkatastrophen. Kein gesellschaftlicher Zusammenhalt mehr, eine Gruppe von Einzelkämpfern, die nur das eigene Überleben im Sinn haben. Blut ist dicker als Wasser, nicht viele können gerettet werden oder auch nur Mitleid bekommen, Freunde sterben, Religion wird zu Fundamentalismus, Gewalt zur Normalität. Leben oder Tod ist die einzige Entscheidung, auf die es noch ankommt. Und Liebe?

Quelle: beforeitsnews

Da sind noch andere Fragen: Was für eine Art von Leben ist eigentlich lebenswert? Warum überleben, wenn der Weltuntergang ohnehin bevor steht? Wenn alle, die man liebt, schon gegangen sind? Lohnt sich Liebe im Angesicht des Todes? Brauchen wir sie zum Überleben oder ist sie ein Luxus, den wir mit warmem Wasser und Handys über Bord werfen sollten? Können wir für unser Leben kämpfen und uns trotzdem hinterher noch in die Augen sehen? Menschen bleiben? Gibt es überhaupt ein Hinterher? Und wenn nicht, wofür kämpfen wir dann?

Quelle: Monroevillelibrary

Diese Geschichten klingen oft verrückt, scheinen von Welten zu erzählen, von Realitäten, die meilenweit von unseren entfernt sind. Aber die Entwicklungen und auch ein Blick in die Nachrichten dieser Welt zeigen, dass sie es nicht sind. Es kann so schnell gehen. Ein Leben, das sich um Promkleider und Schwärmereien dreht, kann so schnell nur noch ums Überleben kämpfen. Und dafür alles tun, was nötig ist. Ich glaube nicht, dass uns das Ende der Welt bevorsteht, dass ich mich auf Alienattacken oder Epidemien vorbereiten muss. Aber ich weiß, dass es mir unendlich gut geht, dass ich mir Oberflächlichkeiten und First World Problems leisten kann. Dass es vielen anderen nicht so geht. Und ich es deshalb umso mehr genießen sollte.

Bis bald, Franzi

PS: Ich habe gerade rausgefunden, dass all diese Bücher Serien sind… Also viel neuer Lesestoff!

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