When in… Freeport, Grand Bahamas

Die Bahamas. Gemeinsam mit Worten wie Hawaii oder Malediven erscheinen hier vor meinem inneren Auge Bilder von Traumstränden, Palmen, türkisblauem Wasser und freundlichen Menschen. Sobald man sich allerdings etwas realistischer mit einem Urlaub auseinandersetzt, ist es nicht mehr ganz so unbeschwert und lockerleicht. Auf welche Insel will ich eigentlich? Und wie komme ich da hin ohne ein Vermögen auszugeben? Sobald mein Flug nach Fort Lauderdale gebucht war und ich von „One-Day Cruises“ von der Hafenstadt in Florida auf die Insel Grand Bahamas hörte, war ich Feuer und Flamme. Mir blieb ohnehin ein Tag in Fort Lauderdale bis ich meinen Travelbuddy dort treffen würde und wie könnte man den besser überbrücken als auf den Bahamas? Dazu kamen dann noch die Angebote zum Delfin schwimmen, die sicherlich auch dort umstritten sind, aber doch nicht so tierunfreundlich wirkten wie andernorts und für mich stand fest: ich will da hin.

To the Beach

Die Planung dieses Tages kostete mich dann allerdings auch so viel Nerven und Genervtheit, wie kein anderer. Nach „Everything happens for a reason“, hätte ich eigentlich aufgeben müssen, denn das Schicksal schien mich nicht auf den Bahamas haben zu wollen. Zum Glück haben meine Sturheit und ein ausgeprägter „Ich will aber“-Gedanke gegen schlechte Rezensionen, umständliche Kommunikation, widersprüchliche Aussagen, ungültige Coupons und noch so einige andere Ärgernisse gesiegt. Und daher jetzt meine Erfahrungen zu einem Tag in Freeport, Grand Bahamas:

Cruise: Mit Balearia Express habe ich die Fahrt von Fort Lauderdale nach Freeport gebucht. Zahlreiche schlechte Rezensionen und Horrorberichte von Verspätungen machten mir etwas Angst. Ich kam etwa um 7, eine Stunde vor Abfahrt (nicht zwei wie empfohlen), am Hafen an, saß um viertel vor acht auf der Fähre und um acht schaukelten wir los. Ja, schaukeln. Denn das Schiff ist im Vergleich zu „richtigen“ Kreuzfahrtschiffen ziemlich winzig und daher auch gut in Bewegung. Mir machte das zum Glück nichts aus, gerade auf der Rückfahrt wurde allerdings von vielen der ausgelegten Papiertüten Gebrauch gemacht…

Davon abgesehen war der Trip allerdings super organisiert, natürlich musste man vor dem Boarden und Verlassen des Schiffs immer mal warten, allerdings war das absolut im Rahmen und wir dadurch sowohl auf Hin- als auch Rückfahrt pünktlich.

Kreuzfahrt

Im Ausland: Die Bahamas sind nicht Teil der USA und so wird man vor Reiseantritt – vor allem als Au pair – vielfach gewarnt, auf jeden Fall Reisepass mit gültigem Visum sowie ein unterschriebenes DS-2019 Formular dabei zu haben, auch dann wird es oft als ziemlich riskant gesehen, die sicheren USA zu verlassen und sich auf ins Ausland zu machen…

Meine Erfahrungen hierzu: Die „Einreisekontrolle“ auf den Bahamas war ein Witz. Alle hatten ihre Pässe gezückt, wurden von den dort Angestellten aber nur ungeduldig durchgewunken. Weder Gepäck noch Pässe noch sonst irgendwas wurde überprüft und schon waren wir im Ausland. Auf dem Rückweg musste in Fort Lauderdale dann jeder an einem Beamten vorbei. In meinem Falle schaute der sich mein Visum, nicht aber das DS-Formular an, plauderte ein bisschen darüber, wie toll die USA sind und wie schön, dass ich hier Au Pair bin. Und schon war ich wieder durch. In meinem Fall also kein Thema und definitiv kein Grund, sich vor einem Trip auf die Bahamas zu fürchten. Pass, Visum und DS sollte man natürlich trotzdem dabei haben!

Die Insel:Schief aber pink

Wenn man schon alles hat...

Nachdem ich Boot und Bürokratie hinter mir gelassen hatte, war es dann endlich Zeit, die Insel erkunden zu können. Ich hatte einen Bus vom Hafen nach Lucaya – die touristische Hauptstadt der Insel – gebucht. Am Hafen direkt ist nichts, Bus oder Taxi braucht man also definitiv um weiterzukommen. Auf der Fahrt wurden wir vom Busfahrer mit Anekdoten versorgt – zum Beispiel über Mr. Cooper, dem alle Burger Kings und KFCs auf der Insel gehören (und davon gibt es viele!!) und der sich von seinem Vermögen ein privates Disney Schloss hier gebaut hat, welches man leider nicht so gut sieht. Auf der Fahrt begegneten wir pastelligen Häusern sowie auch Schrottplätzen, geschlossenen Geschäften und ziemlich viel Armut.
Marketplace

Fountain

Der Lucaya Marketplace ist zwar wunderschön, aber eben auch sehr touristisch und hat wohl wenig mit dem tatsächlichen Leben auf der Insel zu tun. Ich war deshalb sehr froh, auch durch echte kleine Städte gefahren zu sein und die Menschen dort gesehen zu haben, die trotz offensichtlicher Armut (im Vergleich zu den USA und Deutschland) lächelnd und offen unterwegs waren. Ich kann nicht genau beschreiben warum, aber ich habe mich auf Grand Bahamas unheimlich wohl gefühlt. Durch Lebensstil/-standard und Atmosphäre fühlte es sich hier tatsächlich wie im Ausland an und das im positivsten Sinne – Urlaubsgefühl und Abenteuerlust inklusive. Eben einfach mal was anderes und dadurch so spannend!

Delfine: Jetzt mal zum Höhepunkt meines Tages und möglicherweise auch des ganzen Urlaubs: schwimmen mit Delfinen. Auf die Unexso war ich schon relativ früh in meiner Planung gestoßen, Bilder und Rezensionen sagten mir: hier will ich hin! Durch Unsicherheit  über die Pünktlichkeit des Schiffs und Buchungsprobleme kam ich allerdings mit der Erwartung auf den Bahamas an, es doch nicht zum Delfinschwimmen zu schaffen. Da die Unexso allerdings direkt beim Lucaya Marketplace ist, ging ich einfach mal hin und fragte, ob es denn noch Touren für denselben Tag gäbe. Antwort: eine, die in fünf Minuten losgeht, ein Platz ist noch frei. Mit dem letzten Prozent meines Handyakkus füllte ich da mein Konto auf, ließ die Kreditkarte glühen und saß wenige Minuten später im Boot auf dem Weg zu den Delfinis.

Wasser vs Ärmel

Türkises Haus

Diese kamen vom Film auf die Bahamas und sind dementsprechend trainiert. Die sechs leben in einer Bucht, die nach Bedarf in verschiedene Pools abgetrennt werden kann. Zum Schwimmen mit ihnen ist man zwischen zwanzig bis dreißig Minuten im Wasser, bekommt einen Kuss, eine Umarmung, kann neben ihnen schwimmen und tauchen, sowie ihnen zwei Kommandos, wie nass spritzen, geben.

Erste Begegnungen

Sprung

Viel zu schnell verging die Zeit mit diesen wundervollen Tieren, die Erinnerung daran werde ich aber nicht vergessen. Natürlich ist es viel Geld und natürlich sollten Tiere in Freiheit gehalten werden. Allerdings ist die Bucht der Unexso sicherlich tierfreundlicher als ein Filmset und die Trainer wirkten kompetent und gut über die Bedürfnisse der Tiere informiert, sowie sehr darauf bedacht ihnen (unnötigen) Stress zu ersparen. Ich kann absolut verstehen, wenn man das Schwimmen mit Delfinen nicht gut findet, ich hatte diesen Traum allerdings schon so lange und bin unendlich froh, ihn mir erfüllt zu haben.

Kanäle

Hug

Strand:

Lonely Beach

To the Beach

Nach den Delfinen hatte ich noch etwas Zeit und lief deshalb an den nahen Strand. Das Wetter war nicht ideal, allerdings sehr warm und der Strand trotz Wolken wunderschön. Feiner weißer Sand, türkisfarbenes Wasser, Palmen. Was will man mehr?

Beachlife

Beach

Da der Strand nicht riesig und die Insel von „Cruisern“ bevölkert ist, ist es dort relativ voll. Wie auf den Bildern zu sehen, findet man allerdings auch schön leere Plätze und einfach Südsee-Feeling.

Fazit: Der Trip auf die Bahamas hat sich für mich – vor allem durch das Delfinschwimmen – absolut und definitiv gelohnt. Ich würde in Lucaya keinen ganzen Urlaub verbringen wollen, da es eben sehr touristisch ist. Um einen Tag lang einen Eindruck von den Bahamas zu bekommen, einen ganz anderen Ort zu sehen und zu erleben, ist es allerdings perfekt und ich möchte definitiv nochmal auf die Bahamas – alleine schon, um mit den Schweinen zu schwimmen! Bis bald, Franzi

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