Was mir das Verlängern gebracht hat…

Wenn ihr diesen Post lest, bin ich schon in meinem Reisemonat, ich schreibe ihn aber an meinem vorletzten Tag als Au Pair. Wo sind die fünf Monate, seit ich das letzte Mal in Deutschland war, hin? Einerseits ist seitdem unheimlich viel passiert, andererseits und gerade dadurch ist die Zeit auch verflogen. Jetzt, am Ende meiner Au Pair Zeit, am Ende meiner Verlängerung, ist es denke ich Zeit für ein kleines Resumé. War es das wert? Das Au Pair Jahr auf jeden Fall, aber auch die Verlängerung? Ich denke (für mich) ja und habe mal ein paar Punkte gesammelt, warum das so ist:

  • Freundschaft: Im Mai 2015 traf ich mich das erste Mal mit Lisa, einen Monat später mit Helena. Mein erstes Jahr war zu diesem Zeitpunkt schon so gut wie vorbei, hätte ich nicht verlängert, wäre ich an neuen Freunden wohl kaum noch interessiert gewesen. So war ich das aber und habe dadurch meine beiden besten und liebsten Connecticut Freundinnen kennengelernt. New York Besuche, Philadelphia, Florida, Cape Cod, Salem, kiloweise Cheesecake, Nachogelüste, ein Babyeinhorn und noch so viele andere Erinnerungen verbinden uns mittlerweile, Besuche und Reunions werden schon geplant und die beiden nehmen einfach einen riesigen Teil meines Lebens und meines Herzens ein. Schon das machte es wert, die letzten neun Monate noch in den USA zu sein.

Collage Friends

  • Reisen: New Orleans, Florida, Los Angeles, Cape Cod, Chicago, die Niagarafälle, Vermont, Atlanta,… Das sind nur einige der Tripps, die ich in meiner Verlängerung unternommen habe und die ich in einem Jahr niemals alle hätte sehen können. Dazu kommen zahlreiche weitere New York City Besuche, die ich nicht missen möchte und durch die ich mich in meiner Lieblingsstadt jetzt noch etwas mehr zuhause fühle.

Architecture

  • Zuhause: Apropos zuhause. So fühle ich mich nach knapp zwei Jahren auch noch mehr bei meiner Gastfamilie, in Connecticut und durch die drei Besuche in meiner Verlängerung, auch Washington State. Denn so sehr ich es liebe zu reisen, Neues zu entdecken, mich mit dem Unbekannten zu konfrontieren und meine Komfortzone zu verlassen, so sehr liebe ich es auch zuhause zu sein, mich wohl und aufgehoben zu fühlen, ohne Navi meinen Weg zu finden (und das braucht bei mir schon ganz schön Vertrautheit!). Und daher ist es ein wunderschönes Gefühl, hier zuhause zu sein und eine Familie zu haben, zu denen ich immer wieder nachhause kommen kann.

20151125_161238

  • Gemeinsam wachsen: Das gehört auch mit dem Leben bei meiner Gastfamilie zusammen und zwar dem wichtigsten Teil – den Kindern. Als ich bei ihnen ankam waren die beiden Kleinen vier, die Große sechs. Jetzt sind die Kleinen 6 und sie 8. Zwei Jahre, die – wie meine Hostmum richtig feststellte – einen drittel im Leben der Zwillinge und ein Viertel im Leben ihrer Schwester ausmachten. Jahre, in denen ich sie und sie mich entscheidend geprägt und beeinflusst haben. In denen ich mit ihnen mehr Zeit als sonst irgendjemandem verbracht habe, in denen sie zum Dreh- und Angelpunkt meines Au Pair Lebens wurden, zum Hauptinhalt meiner Gedanken und Gespräche. In zwei Jahren kann viel passieren und besonders bei Kindern stimmt das. Ich bin unheimlich dankbar, dass ich ihnen lesen, schreiben, Mathe, deutsch, aber auch danke und hallo sagen, (mit)beibringen durfte. Dass wir gemeinsam neue Hobbies und Aktivitäten ausprobieren konnten, neue Orte entdeckt haben und so weiter. Diese drei Kinder werden für immer einen riesigen und ganz besonderen Platz in meinem Herz und meinem Leben haben.

Flug nach Seattle

  • Welcome to the Wadsworth: Wohl eine der besten Entscheidungen, die ich in meiner Verlängerung getroffen habe, war meine Volunteering „Arbeit“ im Wasdsworth Atheneum, einem Kunstmuseum in Hartford, CT. Die Arbeit am Front Desk, der Kontakt mit den Besuchern und vorallem meinen Kollegen, alles, was ich dort über Kunst und das Leben gelernt habe, haben mir ganz viel Inspiration gegeben und Spaß bereitet. Stellvertretend steht das auch allgemein für die Zeit, in der die Kinder in der Schule waren und die ich für mich genutzt habe, um mich weiterzuentwickeln, Inspiration zu sammeln, neues zu lernen.
Quelle: hyperallergic.com
  • Chance nutzen: Das mag für einige ein bisschen albern klingen, war für mich aber nicht unerheblich: Man hat die Möglichkeit, zu verlängern. Wäre die maximale Dauer des Au Pair Aufenthalts ein Jahr, wäre ich damit wohl auch mehr oder weniger zufrieden gewesen. Ist sie aber nicht. Denn da ist immer diese Stimme im Hinterkopf, die sagt: „Du musst noch nicht gehen. Das hier muss noch nicht vorbei sein.“ Und wie könnte man die ignorieren, wenn man an einem Ort, in einer Situation so glücklich ist?

20160416_184926

  • Fertig sein: Das hängt auch  mit dem vorherigen Punkt zusammen. Ich war einfach noch nicht fertig im letzten Sommer. Als ich auf Facebook die ersten Reisemonatsbilder der Mädels sah, die mit mir ausgereist waren, hatte ich nur einen Gedanken: „Gut, dass ich noch nicht gehen muss.“ Denn ich war dem Au Pair Dasein noch lange nicht müde, hatte noch so viel vor, war so glücklich im Moment. Neun Monate später bin ich hier immer noch glücklich, aber definitiv auch bereit für Neues und „fertig“ mit der Flexibilität, eingeschränkten Privatsphäre und den Aufgaben, die mit der Au Pair Sein einhergehen.

20160416_145150

 

  • Everything happens for a reason: Das ist ein bisschen in die Zukunft gesprochen, aber bisher habe ich schon ganz viele tolle und aufregende Pläne für die Zeit zurück in Deutschland. Reisen, Praktikum, Wohnung, Studienpläne, die vor einem Jahr so noch nicht möglich gewesen wären. Ich möchte nicht zu vorschnell optimistisch sein, aber es scheint zu laufen. Die neun Monate waren für mich die perfekte Extrazeit in den USA, gaben mir Inspiration und neue Ideen für die Zukunft. Und die steht jetzt vor der Tür, voller Versprechungen und bereit, gelebt zu werden.
Quelle: getyourguide.com

Bis bald, Franzi

Advertisements

Ein Gedanke zu “Was mir das Verlängern gebracht hat…

Was denkst du?

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s