Das Ende des Au Pair Seins…

Hello from the other side… Ich kann es selbst noch gar nicht so richtig glauben, dass ich diese Zeilen zwar nach wie vor auf meinem Laptop schreibe, der aber jetzt wieder in Deutschland steht. Und hier auch erstmal stehen bleiben wird.

Ja, nach einem Jahr und 10 Monaten ist meine Au Pair Zeit tatsächlich vorbei, der Reisemonat ebenfalls. Ich habe die USA verlassen, wurde von den süßesten Freundinnen am Flughafen abgeholt und bin jetzt wieder hier. Und müde. Den ganzen Tag über, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich eigentlich ins Bett wollte und dann plötzlich unerwartete Energie in mir finde, die mich die halbe Nacht wachhält. Zwölf Stunden Zeitverschiebung sind genauso unlustig, wie sie klingen… Bevor ich aber im Selbstmitleid versinke, kommen jetzt erstmal ein paar emotionale und gedankliche Eindrücke meiner letzten Tage als Au Pair und während des Reisemonats.

24. April, letzte Woche in Connecticut: Endspurt.

„Wie fühlt sich das Ende an? Ich weiß es nicht. Denn gewiss nicht wie ein Ende, sondern viel mehr ein altbekannter Aufbruch. Weg gehen. Woanders sein. Für ein paar Wochen und dann die Rückkehr. Bis dahin wird es diesmal aber dauern. Und eine Rückkehr in dieses Leben wird ganz ausbleiben. Vorbei. Mein Kopf weiß das, mein Herz weigert sich zu verstehen.“

30. April, am Flughafen auf dem Weg nach Washington State.

“ Wir haben Connecticut verlassen, meine Koffer sind gepackt, das Zimmer leergeräumt. DAS Zimmer, nicht mehr meins. … Und so fühlt sich all das gar nicht so traurig an, meine Augen sind trocken, da ist nur diese Enge in der Brust, leichte Übelkeit und die Angst vor der Erkenntnis, wie endgültig der Abschied diesmal ist.“

3. Mai, Endspurt 2.0

„Noch 4 Tage als Au Pair, fast geschafft und ich möchte am liebsten das Handtuch (oder noch lieber etwas Zerbrechliches) schmeißen.“

8. Mai, mal wieder am Flughafen

„Es ist soweit. Der Tag ist da, ich bin kein Au Pair mehr. Sondern?“

„Jetzt bin ich hier und die letzten 21 Monate, die Erlebnisse, das Gefühlschaos, die Erinnerungen scheinen zu verschmelzen zu einem Klumpen aus – Traurigkeit. Und Vermissen. Die Kinder, meine Gastfamilie, meine Freunde, das Reisen, die Sorglosigkeit, die USA.“

Später an diesem Tag: „Ein Kind auf der Straße- Melancholie, den Tränen nah. Ein Déjà-Vu – Erinnerungen an das alte Leben. Ein Spielplatz, Kindermuseum, familienfreundlich – ein trainiertes Auge bei der Freizeitplanung. … Das scheint alles zu sein, was mich noch ausmacht. Das bin ich. Nicht mehr.“

12. Mai

„Heute morgen aufgewacht, traumbetäubt. Physisch in San Francisco, gedanklich und mit dem Herzen weit weg. Bei den Kindern, noch so viel näher und realer als die Realität. … Dann der Schlag: sie sind nicht mehr da, ich nicht mehr bei ihnen, werde es auch in den nächsten Monaten nicht sein.“

Alltagssätze:

„Als ich mit den Kindern…“ etwa 2398 Mal am Tag.

„Ich freue mich schon, jetzt wieder… zu können.“ etwa 964 Mal am Tag.

22. Mai, im Flieger (gemeinsam mit Flughäfen mein Lieblingsschreibort)

„Das Abenteuer ist fast vorbei… Irgendwo dazwischen, in einer Blase halb gefüllt mit Zukunftsplänen, die noch nicht ganz bereit dazu sind, in die Tat umgesetzt zu werden. Die andere Hälfte – und besonders abends und nachts auch mehr als das – steckt voller Erinnerungen, Vermissen und Heimweh. Heimweh nach einem Ort, der nur durch meine zweite Familie zu einem solchen wurde. … Ich habe dem Ende meiner Zeit als Au Pair, den Reisen, der Freiheit, den Zukunftsplänen so entgegen gefiebert, fühlte mich so bereit für das Ende. Jetzt liegt das Au Pair Sein scheinbar ewig in der Vergangenheit, weit weg und bisweilen fast ein bisschen unrealistisch. Und das will ich nicht!“

23. Mai, kurz vor dem (verspäteten) Rückflug

“ Ich sitze mal wieder am Flughafen, der ja eigentlich in den letzten Wochen und Monaten schon zu meinem 2. (3.,4.,5.?) Zuhause geworden ist. … Das Abenteuer Au Pair und USA ist jetzt endgültig vorbei. Deutschland und die Zukunft rufen. Im Hintergrund meines Bewusstseins pocht nach wie vor das Vermissen – der Kinder, Connecticuts, meiner Freunde da. Im Vordergrund und hauptsächlich sitze ich aber einfach am Flughafen, ärgere mich ein bisschen über die Verspätung und die zu lauten Durchsagen – und fühle irgendwie nichts.“

Und jetzt bin ich tatsächlich wieder hier, freunde mich so langsam aber sicher tatsächlich mit diesem Gedanken an und kann es gar nicht abwarten, meinen Reisemonat und all die kommenden Abenteuer mit euch zu teilen.

Bis bald, Franzi

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2 Gedanken zu “Das Ende des Au Pair Seins…

  1. Hi Franzi,
    es ist wirklich krass zu lesen, dass du nun wieder in Deutschland angekommen bist…Ich lese deinen Blog bereits seit sehr langer Zeit, noch bevor ich mich überhaupt für das Programm AuPair in Amerika beworben hatte. Am Anfang zwar nur sehr unregelmäßig, nachdem ich die meinen eigenen Blog erstellt und damit auch die Funktion des ‚abbonnierens‘ entdeckt habe aber regelmäßig :D
    Es ist wirklich unfassbar, dass du wieder in Deutschland bist, während es für mich erst noch losgeht…

    Kurze Anmerkung, in diesem Monat vor genau 2 Jahren, hast du den Blog gestartet, zumindest laut der Chronik ;) Herzlichen Glückwunsch dazu.

    Ich wünsche dir alles alles Gute für die Zukunft und freue mich über deine nächsten Beiträge über den Reisemonat und wie es jetzt nach über 1 1/2 Jahren für dich in hier in Deutschland weitergeht!
    Wenn es danach auch noch weiter geht, fände ich das wirklich toll, da ich deinen Schreibstil wirklich super finde, er ist nicht so langweilig und sachlich runtergerasselt wie es viele Berichte auf Blogs sind!

    Liebe Grüße,
    Sophie

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    1. Liebe Sophie, vielen, vielen Dank für diesen tollen und ausführlichen Kommentar! Es freut mich so sehr, dass du schon so lange dabei bist. Ich habe definitiv vor, den Blog weiterzuführen und werde jetzt mal bei dir reinschauen und bin schon gespannt, was du so alles erleben wirst.
      Ganz viele Grüße, Franzi

      Gefällt mir

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