Leseliebe – After you

„There might be no great adventures, sure,… But there were worse things, right? Than to be with your family, loved and secure? Safe?“

Schon in meinem letzten Buchpost habe ich ja über „Me before you“ von Jojo Moyes geschrieben. Da die Geschichte und die Charaktere mich nach Buch und Film immernoch nicht losließen, musste ich unbedingt auch noch den zweiten Band lesen, um sie hoffentlich ruhen lassen zu können.

„After you“ ist… definitiv ganz anders als das erste Buch. Während es im ersten Teil um unsere Vergangenheit, unsere Vorgeschichten geht und wie diese uns prägen und beeinflussen, widmet sich das zweite Buch den Nachgeschichten. Wie bewältigen wir die vollkommene Veränderung unseres Lebens, die dramatische Erweiterung unseres Horizonts, wenn wir damit plötzlich allein da stehen?

Die Geschichte war für mich erstmal ein kleiner Schock, da ich ein relativ klares Bild im Kopf hatte, wie sie ablaufen sollte und wie das Buch sich anfühlen würde. Beides war komplett anders. Aber: so ist das Leben. Wir konzentrieren uns auf etwas, stellen uns etwas vor, arbeiten darauf hin. Und dann kommt die Realität dazwischen, etwas Neues passiert, völlig unerwartet, zerstört (oder rettet?) unsere vorher gefassten Pläne. Im Nachhinein sehen wir oft, wie dieses unvermittelte Chaos ins Bild passte, warum es doch irgendwie notwendig war. Das macht es jedoch erstmal nicht leichter damit umzugehen. So ging es mir mit „After you“ und genauso geht es auch Louisa in der Geschichte.

Um diese Überraschungs- und Schockmomente nicht vorwegzunehmen, werde ich an dieser Stelle nichts mehr zur Handlung sagen. Auch ich habe mich völlig unvorbereitet in die Geschichte hineinfallen lassen und das ist meiner Meinung nach auch der beste Weg, sie zu lesen. Warum also dieser Post? Wie schon im ersten Teil gab es einige Themen, mit denen ich mich sehr gut identifizieren konnte, die mich tief berührt haben. Und diese möchte ich hier gerne teilen:

Erstmal geht es da ums Zurückkommen. Wie ist es, nach einem großen (oder kleinen) Schritt, nach dem Mut zusammennehmen, dem Neues wagen – zurückzukommen? Zurück in die Vergangenheit, zurück ins Alte und Vertraute? Zurück an Orte, an denen sich nichts verändert zu haben scheint, von denen man sich Jahrzehnte entfernt fühlt und an denen niemand die persönliche Entwicklung versteht. Es scheint so verlockend, sich ins Bekannte zu verziehen, sich in der Komfortzone einzuigeln, wieder anzukommen. Und doch ist das nicht (ganz) möglich. Denn wir sind nun einmal nicht mehr dieselben. Wir können neue Erfahrungen nicht unerlebt machen, Gelerntes nicht ungelernt, Gewusstes nicht ungewusst. Wir können die Zeit nicht zurückdrehen.

Es ist hart, zurückzukommen, scheint einem oft nur zu zeigen, was man alles vermisst, was alles fehlt. Aber es ist auch hilfreich. Denn das Zurückkommen zwingt uns zu fragen, wer wir sind. Wer wir geworden sind. Und ob wir diese Person sein wollen? Wo gehören wir hin? In die alte Komfortzone, die vielleicht nur umgebaut werden muss, damit sie wieder passt? Oder raus, weg, weiter? Zu neuen Ufern, auf neuen Wegen, weiter auf der Suche nach einem Ort zum Ankommen? Und gleichzeitig gibt uns das Zurückkommen das Wissen, dass da immer ein Ort ist, an den wir zurückkehren können. Denn auch wenn der Ort und das Leben nicht mehr passen – so gibt es doch meist Menschen dort, die das umso mehr tun!

Natürlich geht es in „After you “ um noch viel mehr und eines dieser Themen sind Träume. Die gehen ebenfalls mit den Horizonterweiterungen einher, entstehen ja oft erst, wenn wir die Komfortzone hinterfragen und verändern oder verlassen wollen. Aber wie weit lohnt es sich dafür zu gehen? Was, wenn die Erfüllung unserer Träume ganz und gar nicht traumhaft ist, sondern hart und schwer? Was, wenn der Weg zum vermeintlichen Glück uns viel unzufriedener macht, als der gemütliche Stillstand? Dann heißt es meiner Meinung nach Augen zu und durch sowie lernen, im Regen zu tanzen und Limonade zu machen. Das Erfüllen von Träumen ist wohl selten bis nie einfach, beinahe immer etwas gruselig und verunsichernd. Aber das ist es wert. Denn auch, wenn wir unser Ziel nicht erreichen oder feststellen, dass wir dort gar nicht hinwollen, haben wir uns bewegt, gelernt, uns weiterentwickelt. Sind ein Risiko eingegangen und haben uns selbst ein bisschen besser kennengelernt. Ob selbstgewählte oder vom Leben zugeworfene Herausforderung – nehmen wir sie an, bleiben wir in Bewegung, leben wir.

Und mit diesen gesammelten Weisheiten lege ich euch „After you“ nochmal ans Herz. Auch wenn es anders ist als sein Vorgänger – so ist das Leben und sowohl Jojo Moyes als auch Lou mussten in Bewegung bleiben. Also gebt dem Neuen eine Chance, denn wir können das Alte ja trotzdem noch lieben. Und lasst mich unbedingt wissen, was danach euer Fazit ist. Bis bald, Franzi

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2 Gedanken zu “Leseliebe – After you

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