Gedanken – Am Meer

Es kündigt sich schon aus der Ferne an. Wir sehen es noch nicht, hören es noch nicht. Aber wir riechen es. Ein Geruch, den ich eigentlich nicht mögen dürfte – fischig und salzig – aber ich liebe ihn. Mein Herz schlägt eine kleines bisschen schneller, mein Lächeln wird ein kleines bisschen breiter. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Wunsch loszulaufen, wahlweise auch zu hüpfen. Gleichzeitig will ich langsamer werden, nicht von den Menschen um mich herum getrieben werden, sondern den Moment hinauszögern.

Sonnenuntergang

Egal, ob schnell oder langsam, der Moment kommt und er ist immer wieder mit denselben Gefühlen verbunden. Ein wenig überwältigt von dieser Macht, dieser Größe, dieser Weite. Ein wenig neugierig und erwartungsfreudig, welche Farbe es diesmal haben wird, wie hoch die Wellen schlagen oder ob mich ein spiegelglatter See erwartet. Und dann dieser kurze Moment der Überraschung, dass es wieder neu, wieder anders und einzigartig ist. Dicht gefolgt von der Vertrautheit, der Erkenntnis, dass es zwar neu, aber gleichzeitig auch bekannt ist. Dass es mich genauso glücklich macht wie beim letzten Mal und das Mal davor.

Ostsee wolkig

Ich erinnere mich daran, als Kind nach einer Nacht im Auto auf dem Weg nach Italien im Morgengrauen nur eines zu wollen – das Meer sehen. Ich erinnere mich daran, auf Sardinien durch weißen Sand und glasklares Wasser zu laufen. Ich erinnere mich daran, dick eingepackt über schneebedeckte Strände in Neuengland zu streifen und die rauen Wellen zu beobachten. Ich erinnere mich daran, auf Hawaii begeistert Schildkröten im Wasser zu entdecken. Und noch so viel mehr.

Leuchtturm

Das Meer ist ein Teil von mir, ein Ort, der sich egal wo er ist, wie zuhause anfühlt, bei dessen Anblick ich Schmetterlinge im Bauch habe, wo ich ganz zur Ruhe komme. Ich liebe das Meer, dieses riesige Wasser, das so voll von Ungewissheit ist und an dem sich Fragen doch so gut beantworten lassen. Nichts fühlt sich so sehr nach Urlaub und Freiheit an wie sonnencreme-klebende Haut, salzgefestigte Haare und sandige Zehen. Umso glücklicher bin ich, genau dies am letzten Wochenende erlebt haben zu dürfen. Zwei Tage in Rostock, den Strand mit tausenden anderen Sonnensuchern teilen, aber trotzdem pures Glück und nachhaltige Entspannung empfinden. Und so sehr ich Berlins Großstadtflair liebe – ich vermisse das Meer schon wieder!

Kitesurfen

Bis bald, Franzi

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4 Gedanken zu “Gedanken – Am Meer

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