Roadtrips, Desserts und Glücksmomente – Liebster Award

Es ist schon eine Weile her, dass ich zu einem Liebster Award nominiert wurde, aber jetzt war es mal wieder soweit. Die liebe Selina von Kiki Lain hat als einen ihrer Lieblingsblogs an mich gedacht – vielen, vielen Dank dafür und die spannenden Fragen!

Nochmal kurz zum Prinzip des Awards:

  • Bedanke dich bei dem Blogger, der dich nominiert hat.
  • Beantworte die 11 Fragen, die du gestellt bekommen hast.
  • Wähle neue Blogger für die Nominierung aus.
  • Erstelle deine eigenen 11 Fragen für die Blogger, die du nominiert hast.
  • Füge das Logo vom  „Liebster Award“ in den Beitrag ein.
  • Füge die Regeln für den „Liebster Award“ in den Beitrag mit ein.

Also los geht’s, hier kommen Selinas Fragen und meine Antworten:

  1. Wie bist du zum Bloggen gekommen? – Bei der Planung meines Au Pair Jahres bekam ich den Wunsch, dieses festzuhalten und auch zu teilen. Da ich schon immer gerne schreibe, passte der Blog da perfekt.
  2. Was symbolisiert dein Blogname? – Franzi kommt logischerweise von meinem Namen, das „e“ habe ich dran gehängt, da ich finde, dass es so schöner aussieht. Das Fliegen ist da schon etwas bedeutungsvoller, zum einen steht es natürlich für das Reisen und in andere Länder „fliegen“, für meinen Flug hinaus aus meinem bisher bekannten Leben in die USA, für meine Liebe zum im Flugzeug sitzen und dem Fliegen an sich und auch für das Gedanken fliegen lassen, wofür dieser Blog ja ein wunderbarer Ort ist. Und natürlich auch für meinen geheimen Wunsch, eine Elfe zu sein und einfach losfliegen zu können…
  3. Ohne welchen Gegenstand würdest du im Leben nicht die Wohnung / das Haus verlassen? – Das sind wohl ganz langweilig mein Handy  und mein Schlüssel. Beides wird übrigens 9387501985701 überprüft, ob ich es auch wirklich eingepackt habe. Allgemein verlasse ich die Wohnung auch fast nie ohne meine vollgestopfte und viel zu schwere Handtasche. Ohne die fühle ich mich irgendwie nackt.
  4. An welchen Ort gehst du, um dem Alltagsstress zu entfliehen? – Mein liebster Ort, um runterzukommen und mich zu entspannen, ist das Meer. Da das im Alltag aber leider nicht immer erreichbar ist, verkrieche ich mich häufiger in meinem Zimmer beziehungsweise Bett, um die Welt für ein paar Stunden zu vergessen.
  5. Was ist dein liebstes Reiseland und was macht es für dich so besonders? – Aktuell sind das wohl die USA, da ich dort mit Abstand am meisten gereist bin und das Land so unheimlich vielseitig ist, dass es sich wie ganz viele verschiedene Länder anfühlt und es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Aber auch Italien liebe ich und fühle mich dort auch an fremden Orten irgendwie zuhause.
  6. Frühling, Sommer, Herbst und Winter – was sind deine liebsten Reiseziele zu der jeweiligen Jahreszeit? – Im Frühling fallen mir sofort Städtereisen in den Süden ein, zum Beispiel nach Mailand. Im Sommer liebe ich eine Kombination aus Strand und Meer mit Stadt und Kultur, da gibt es zum Beispiel in Südfrankreich tolle Ziele. Im Herbst war ich bisher am meisten vom Indian Summer in Neuengland begeistert, der ist tatsächlich so traumhaft schön, wie man sich ihn vorstellt. Im Winter würde ich unheimlich gerne mal in ein Land reisen, in dem zu dieser Zeit Sommer herrscht. Merkt man, dass mir Wärme lieber ist als Kälte?
  7. Du gehst auf eine Roadtrip – welche drei Dinge dürfen dabei nicht fehlen? – Erstens: Snacks und Getränke. Gibt es bei Roadtrips etwas besseres, als durch wunderschöne Landschaften zu fahren und dabei zu knabbern? Zweitens: ein Navi oder Handy mit Maps und Ladegeräte. Dabei die Strecken am besten vorher schon offline speichern, denn mitten im Nirgendwo verirrt man sich sonst trotzdem sehr schnell. Drittens: eine aufgeladene Kamera. Denn Momente, die man festhalten möchte, werden ganz sicher kommen.
  8. Süß oder Salzig – wofür würdest du dich bei einem Dessert entscheiden? – Beim Dessert definitiv süß, allgemein beim Snacken am liebsten beides abwechselnd. :D
  9. Buch oder Film – bist du eine Leseratte oder eher ein Filmjunkie? – Leseratte. Ich liebe auch Filme, aber in ein Buch kann ich mich meistens noch besser hineinversetzen und liebe es, von einer Geschichte ganz und gar eingenommen zu werden.
  10. Welches ist deine liebste App auf dem Handy? – Auch relativ langweilig, aber: Instagram. Bilder machen, bearbeiten, Inspiration sammeln, Menschen stalken – was will man mehr von einer App? Ohne Whatsapp wäre ich allerdings auch ziemlich verloren, das brauche ich definitiv, um mit meinen liebsten Menschen auf verschiedenen Kontinenten in Kontakt zu bleiben.
  11. Was macht dich glücklich? – Wohl all die kleinen und großen Dinge, über die ich mich freuen kann. Leckeres Essen, Reisen und neue Orte, das Meer, natürlich die Menschen, die ich liebe. Gute Bücher und Filme, in denen ich am liebsten verschwinden möchte. Diese kleinen Momente, in denen alles stimmt. Nächtliche Gespräche. Sonnenuntergänge. Am Wasser zu sein. Lachen. Gemeinsamkeiten zu entdecken. Zu tanzen. Zu schreiben. Die Tatsache, dass ich diese Liste noch ewig weiterführen könnte. Das Leben, das ich gerade lebe.

Jetzt zum schwierigen Teil des Ganzen. Ich überlege mir Blogger, die ich nominieren möchte und für sie Fragen. Here we go:

Von euch würde ich Folgendes gerne wissen:

  1. Einsatzzusammenfassung zum Inhalt deines Blogs:
  2. Was war dein Berufswunsch als Kind und wie nah kommst du diesem jetzt?
  3. Stadt oder Land – was ist dir lieber und wo lebst du aktuell?
  4. Was ist das früheste Reiseerlebnis, an das du dich erinnerst?
  5. In welches Buch würdest am liebsten eintauchen und nie wieder herauskommen?
  6. Welches Talent hättest du gerne?
  7. Welche Sprachen sprichst du?
  8. Gibt es Sprachen, die du gerne noch lernen möchtest?
  9. Du bekommst unerwartet eine große Menge Geld, die du für dich ausgeben musst. Wofür?
  10. Womit verbringst du einen komplett freien Tag am liebsten?
  11. Welchen Wunsch möchtest du dir demnächst erfüllen?

Wenn noch jemand diese Fragen in den Kommentaren oder auf eurem Blog beantworten möchte, macht das doch gerne. Ich freue mich!

Bis bald, Franzi

London – Notting Hill, Kensington & Cream Tea

Es geht wieder nach London! Eine Sache, die ich an dieser Stadt liebe, ist ihre Vielseitigkeit. All die verschiedenen Nachbarschaften, die unterschiedlichen Stimmungen, unendlichen Angebote. Heute geht es in einige der „süßen“ Londoner Viertel. Vintage Flair, Flohmärkte und wunderschöne Architektur – los geht’s!

Hostel Area

 

Road
Von meinem Hostel nördlich des Hyde Parks ging es durch diese schöne Nachbarschaft zu meinem ersten Ziel.

Spätestens seit dem Julia Roberts Film ist Notting Hill ja kein Geheimtipp mehr, aber ich finde es dort immer wieder wunderschön. Wenn ihr Notting Hill übrigens touristenleer und nicht mit Flohmarktständen verstopft erleben möchtet: geht am Sonntagmorgen! Bis auf ein paar einsame Flohmarktverkäufer, die ihre Tische aufbauten und Londonern auf dem Weg zum liebsten Frühstückscafé waren die Straßen beinahe menschenleer. Solltet ihr auf der Suche nach Trödel, Klamotten oder Flohmarktfunden sein, ist das natürlich nicht das richtige. Um entspannt herumzuwandern, Schaufenster zu gucken und tolle Türen zu entdecken, ist der ruhige Sonntagmorgen aber ideal!

Wild at Heart

Vorgarten

Tropical
Skurrile Stadtmomente: Ananas und Kokosnuss am Straßenrand.
Travel Book Shop
Leider sehr touristisch, aber ich mag die Fassade.
Stores
Sooo viele schöne, kleine Läden!

Shop

Farmacy

Häuserreihe

Bunte Häuser
Bunte Häuser…
Pinke Tür
… bunte Türen.

Mehr oder weniger fließend geht Notting Hill in Holland Park über. Es wird etwas eleganter, etwas schicker und ist sehr, sehr hübsch.

Porch

Pastellhäuser
Es ist möglich, dass ich leicht von Pastellfarben besessen bin…

Danach machte ich erst einmal eine kleine Pause und zwar nahe liegend im Holland Park. Mit Ken Follett auf der Wiese liegen, die Sonne genießen, Menschen beobachten. So würde ich auch gerne meine Sonntage verbringen, wenn ich in London lebte.

Holland Park

Pond

Einmal den Holland Park durchquert, findet man sich in Kensington wieder. Für mich sind Kensington und South Kensington absolut typisch englisch. Die Häuser, die Architektur, die Mischung aus alt und neu, die Museen. Perfekt!

Corner House

Architecture

Building

Buildings

Flags

Houses

Kirche und Markt

Natural History Museum

Road

Stores

Das war es erst einmal mit diesem London Spaziergang (ich lief an dem Tag tatsächlich noch bis zum Tower, aber dazu ein andermal mehr), einen kleinen süßen Abschluss habe ich aber noch für euch: etwas, das ich unbedingt in London tun wollte, war einen Cream Tea genießen. Scones, Clotted Cream, Erdbeermarmelade und schwarzer Tee sind für mich in England unverzichtbar. Die Freundin, die ich besuchte, nahm mich dafür mit in die B Bakery in Covent Garden. Und ich wäre dort am liebsten eingezogen!! Nicht nur war das Essen köstlich, vom Geschirr über die Dekorationen bis zu den Toiletten (wichtig!) ist dieses Café einfach so unendlich süß. Leider habe ich kaum Bilder gemacht, aber schaut euch die Website an und geht dorthin, wenn ihr in London seid und Rosa, Pastell und Blümchen liebt.

Menu

High Tea

Habt ihr weitere Cream Tea Tipps für zukünftige London Besuche? Ich würde mich freuen! Bis bald, Franzi

Gedanken – Welcome to Neverland!

Heute möchte ich euch eine Geschichte erzählen. Die Geschichte eines Mädchens, das – seit es denken konnte – immer davon träumte fortzufliegen. Sie träumte von Abenteuern, neuen Horizonten und einer anderen, glücklicheren Welt. Bis eines Tages auf ihrem Fenstersims ein fliegender Junge auftauchte, auf der Suche nach seinem verlorenen Schatten und sie einfach mit sich nahm. Natürlich kennt ihr die Geschichte und das Mädchen, von dem sie handelt. Wendy, die Peter Pan nach Nimmerland folgte, um niemals erwachsen zu werden.

Warum schreibe ich also über eine Kindergeschichte? Aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet unterscheidet diese sich gar nicht so sehr von der eines Au Pairs oder jedes anderen Menschen, der sein Zuhause, seine vertraute Welt für eine längere Zeit verlässt. Und vielleicht helfen Peter Pan und Wendy ja, es einigen der „Daheimgebliebenen“ etwas verständlicher zu machen, wie sich eine Reise nach Nimmerland anfühlt.

Napali Coast

Denn in dem Moment, in dem Wendy am zweiten Stern rechts und dann immer der Nase nach fliegt, ändert sich ihr Leben mit einem Mal komplett. Wendy…

… übernimmt eine neue Rolle und wird zur Mutter der verlorenen Jungs. Von der Tochter zur Mutter, vom Kind zur Verantwortlichen. Mit einem Mal muss sie für andere stark sein, vernünftig und verantwortungsbewusst.

… hat ganz neue Aufgaben, schließlich liefen ihr in London eher weniger Piraten über den Weg gegen die es zu kämpfen galt. Die Vorstellung ist etwas gruselig, etwas angsteinflößend. Niemals hätte Wendy sich so etwas wohl zugetraut und dann tut sie es plötzlich. Ist mutiger, als sie es jemals dachte, stärker, als sie es jemals erwartet hätte.

… bekommt ganz neue Inspiration. Feen? Meerjungfrauen? Niemals hätte sie es für möglich gehalten, dass diese Geschöpfe existieren, dass so etwas möglich ist. Aber wenn sie möglich sind, was ist dann noch alles möglich? Wenn Wesen im Wasser oder in der Luft leben können, was kann sie dann alles in ihrem Leben erreichen?

… „lebt“ auf einem ganz neuen Level. Alltag gibt es plötzlich nicht mehr, Langeweile wird zum Fremdwort. Ein Abenteuer jagt das nächste, zumindest scheint es im Nachhinein so. Denn natürlich waren da sicher auch Tage, an denen sie „nur“ mit den verlorenen Jungs durch den Wald streunte. Und doch sind diese kleinen Dinge kleine Abenteuer, neu, anders, besonders. Und so weit weg vom grauen Londoner Zuhause.

… erlernt neue Fähigkeiten. Ein bisschen Feenstaub, daran glauben und schon geht es los: Wendy fliegt davon. Ein Traum erfüllt sich, sie wächst im wahrsten Sinne des Wortes über sich hinaus, schafft etwas, das „Zuhause“ niemals möglich gewesen wäre.

… spürt plötzlich eine neue Überlegenheit gegenüber den Zurückgebliebenen. Das ist nicht nett oder etwas, worauf sie stolz sein kann, aber das Gefühl stellt sich automatisch ein. Denn so offen sie gegenüber ewigen Kindern, Feen, Piraten und Meerjungfrauen geworden ist, so unverständlich erscheinen ihr plötzlich die Ungläubigen, die all das nie gesehen haben, die zurückgeblieben sind und die scheinbar schönsten und magischsten Momente ihres Lebens einfach verpasst haben.

… entscheidet sich trotzdem für eine Rückkehr in die Realität. Denn so sehr sie Nimmerland, Peter Pan und ihr Leben dort liebt, weiß sie doch, dass es auf Dauer keinen Bestand haben wird. Zu stark ist der Ruf ihrer Lieben, der Wunsch, erwachsen zu werden und ein eigenes Leben zu beginnen. Ein wenig hasst sie ihr altes Zuhause dafür, dass es sie so hält, zurückzieht. So gern wäre sie vogelfrei, würde einfach nicht mehr landen. Und doch spürt sie nach dem ersten Aufschlag auf dem Boden auch, wie schön es ist, wieder angekommen zu sein. Auch wenn Nimmerland für sie niemals verschwinden wird.

Coast

Denn sie fürchtet sich vor dem Vergessen, hält an dieser magischen Insel fest, um sie nicht im Nebel verschwinden zu lassen. Und sie hört nie auf, Peter Pan Geschichten zu erzählen.

Ich hoffe, diese kleine Metapher hat einigen Ausgeflogenen und Daheimgebliebenen etwas beim gegenseitigen Verständnis geholfen. Bis bald aus Nimmerland, Franzi

Gedanken – Sind wir sicher?

„Lebe jeden Tag als wäre er dein letzter.“

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Dieser Satz ist viel zitiert, gilt als #inspirationalquote, als #motivation. Aber ist er nicht viel mehr eine erschreckende Mahnung? Eine realistische Erkenntnis? Sind wir nicht überall von Beispielen umgeben, bei denen unser letzter Tag mal schleichend, mal plötzlich und unvermittelt da ist? Bei Attentaten und Gewaltverbrechen sterben täglich Menschen. Es passieren Unfälle. Unheilbare Krankheiten werden diagnostiziert. Es gibt so viel Schreckliches, das uns zustoßen könnte, wovor wir Angst haben sollten.

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Das Problem an all diesen Szenarien: wir wissen es nicht. Es gibt keine Sicherheit, keine Garantie, die uns sagt, ob wir 90 oder 29 werden. Wir wissen nicht, ob wir jegliche Gedanken an das Ende von uns schieben sollten und dann vielleicht bereuen, dass wir unsere Träume nicht früher erfüllt haben. Wir wissen nicht, ob wir nur für den Moment leben und über die Stränge schlagen sollten, um dann festzustellen, dass wir nichts für die Zukunft haben.

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Es gibt keine Sicherheit, die uns sagt, wie unser Leben verlaufen wird. Es gibt keine Sicherheit, die uns sagt, ob und welches mögliche Schreckenserlebnis auf uns zu kommt. Wir wissen es nicht und sind allein mit der Unsicherheit und endlosen Entscheidungen, wie wir unsere Zukunft gestalten sollten. Mit der Hoffnung auf ein ewiges Leben und noch genug Zeit? Oder mit einem nahenden Ende immer im Blick?

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Es liegt ganz bei uns, den für uns richtigen Mittelweg zu finden. Nicht jeden Tag wie unseren letzten zu leben, aber doch Chancen und Träume so anzugehen und den Moment nutzen. Und uns mit der ständigen Unsicherheit anfreunden und sie als Teil dieses verrückten Spiels namens Leben zu akzeptieren.

Bis bald, Franzi

London – Camden Town & Primrose Hill

Während in Berlin mit dem August anscheinend der Herbst angebrochen ist, flüchten wir noch einmal schnell nach London, wo es an einem wunderschönen 6. Juni wesentlich wärmer und sommerlicher war. Ich nehme euch mit nach Camden Town, zum berühmt-berüchtigten Camden Market und von dort aus zu meiner wohl liebsten Entdeckung während meiner letzten London Reise: Primrose Hill! Lust auf viele Bilder und pastellige Häuser? Dann auf geht’s:

Camden Market

Wie gesagt startete ich am Camden Market, der zwar schöne Sachen hat, aber auch seeehr voll, touristisch und auch nicht sehr individuell ist, wenn man schon auf dem Markt in Notting Hill war. Deshalb hielt ich mich dort nicht allzu lange auf und lief ein bisschen unkoordiniert durch Camden…

Bunt
Mister Fox

Bunte Fassaden

Peace and Love

The Oxford

Welcome to Camden

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Camden versprüht noch den Flair eines Londons, wie ich es mir vor einigen Jahrzehnten vorstelle. Ein Ort, an dem Musik geschrieben und gemacht wird, ein bisschen schmuddelig, ein bisschen alternativ, voller Kreativität und Geschichte und Traditionen, die in die Ecke gedrängt, aber doch nicht ganz zu verleugnen sind. Fand ich super!

Camden Lock

Dock

Foodtrucks

Solomons Yard

Wasser Mark

Nur ein paar Schritte weiter fand ich mich in (an? bei?) Camden Lock wieder. Hier befindet sich ein weiterer, viel kleinerer Markt als der Camden Market an einem Kanal. Die Stimmung dort war komplett anders, sehr ruhig, idyllisch, auf dem Markt individuellere Stände und einige Foodtrucks. Es wurde immer besser!

Architecture Mix

Brücke

Coole Oma

Unter der Brücke

Da ich nun schon einmal am Wasser war, ließ ich es mir natürlich nicht nehmen, dort noch ein bisschen weiterzuwandern und dem Kanal zu folgen. Hier sieht man auch sehr gut die Veränderung der angrenzenden Nachbarschaften. Wo in Camden noch alles ein wenig heruntergekommen wirkte…

Kuhbalkon
Werft mal einen genauen Blick auf den Balkon!

Kanal

Bootssteg

Architektur

Kanalblick

… wurden die Häuser nach und nach immer schicker und die Stimmung immer perfekter und romantischer. Am Schild „Primrose Hill“ angekommen entschied ich mich dann, den Kanal zu verlassen, die Treppe hochzusteigen und mich an dem Ort mit dem schönen Namen etwas umzusehen. Beste Entscheidung!

Beetle

Cute Road

Flowers

Fassaden

Haus und Fahrrad

Park

Hipster Café

Pastel Colours

Pink Flowers

Pinkes Haus

Primrose Bakery

Princess News

So pink, so süß, so schön. Ein Ort, an dem nur glückliche und perfekt gestylte Frauen zu leben scheinen, die wahlweise mit ihren Laptops in instagrammable Cafés arbeiten oder mit ihren engelsgleichen Kindern auf modernen Spielplätzen herumtollen. Im Optimalfall tun sie natürlich auch beides gleichzeitig, sie sind schließlich Superfrauen. Ja, Primrose Hill ist nah am Zuckerschock, aber an einem sonnigen Urlaubstag ist es auch genau der richtige Ort, um ein bisschen vor sich hinzuträumen. Von der Zukunft als Superfrau…

Und mit diesen Träumen war es das auch erstmal mit diesem Londonpost – im nächsten geht der Zuckerschock wörtlich in die zweite Runde und ich zeige euch einige meiner liebsten Nachbarschaften. Bis dann, Franzi

072016 – Freundschaft, Arbeit, Stadtflucht

Es ist August. Der letzte richtige Sommermonat. Der vorletzte Monat meines Praktikums (das doch erst im letzten begonnen hat!). Ein hoffentlich entspannter Monat, in dem die ersten Punkte der Sommer-To-Do-Liste bereits abgehakt sind und wir uns nicht mehr voller Tatendrang in jeden Sonnenstrahl stürzen, sondern auch einfach mal einen warmen Tag am See oder auf dem Balkon verquatschen. Ich freu mich drauf! Mehr zu meinen August Plänen allerdings am Ende und jetzt wird erst noch mal ein kurzer Blick zurück geworfen in einen der gefühlt am schnellsten vergehenden Monate des Jahres.

Im Büro: Im Juli ging ja mein Praktikum los und da ist auch schon so einiges passiert. Ich habe viel geschrieben, viel gelernt, gekocht, fotografiert, war bei Shootings, auf Location Suche und Shopping Trips. Außerdem ist das Team absolut toll, das Büro wunderschön – ich bin begeistert! Und auch wenn es manchmal sehr früh ist, stehe ich hier sehr gerne auf und freue mich auf das, was die Tage so bringen.

Work
Mein Arbeitsplatz
Locations
Location Scouting im Tiergarten
Arbeitsausflug
„Arbeitsausflug“ auf die Pfaueninsel

In Berlin: Im Juli habe ich versucht so viel wie möglich von Berlin zu sehen und dabei mal wieder festgestellt, wie riesig und vielfältig diese Stadt ist. Wohl eine meiner Lieblingsbeschäftigungen gerade im Sommer hier sind die vielen Märkte. Bisher war ich auf dem Weddingmarkt, mit ganz vielen Designern, dem RAW-Flohmarkt, dem riiiesigen Flohmarkt am Mauerpark und dem Kreuzboerg Flowmarkt.

Flohmarkt Location
Flohmarkt in den Prinzessinnengärten – der Name bürgt für Qualität, oder?

Holzhaus

Toll sind auch diese Veranstaltungen, die ganz besonders und einzigartig in Berlin sind. Zum Beispiel das Gelato Festival, bei dem man für 9 Euro über 10 verschiedene, ganz ungewöhnliche Eissorten testen konnte und dann für seine liebste abstimmte. Mein Favorit hat sogar gewonnen – griechisches Joghurteis mit Cranberries, Honig, Knusper und Nüssen. So gut! Außerdem waren wir bei der Ben & Jerry’s Movie Night, wie der Name schon sagt, gab es wieder Eis (gratis!) und dazu „Ziemlich beste Freunde“ unter freiem Himmel.

Gelato Winner
Eine der leckeren Sorten beim Gelato Festival!

Ebenfalls unter freiem Himmel war auch mein Besuch bei der Shakespeare Company Berlin, deren „Kaufmann von Venedig“ mich absolut umgehauen hat und das Public Viewing im komplett überfüllten Biergarten am Fehrbelliner Platz. Ganz besonders war auch der Besuch im „Live there House“ von Airbnb, bei dem Melodie Michelberger und Fabian Hart mit extrem klugen und interessanten Zuhörern (zu denen ich plötzlich auch gehörte) über Mode und mehr diskutierten.

Shakespeare Company
Der Park, in dem die Shakespeare Company auftritt.
Airbnb
Im Airbnb Haus.

Dann war da auch noch die Nachtausstellung des Foreign Affairs Festivals in den Festspielen Berlin. Sehr moderne Kunst und etwas verwirrend, aber auch sehr cool. Und last but not least bei den typisch Berlin Erfahrungen: Bier Yoga. Ist genau das, wonach es klingt, man macht Yoga, trinkt dabei Bier, balanciert die Flasche wahlweise auf Knie oder Kopf und hat sehr viel zu lachen.

Installation
Die Nachtausstellung beim Foreign Affairs Festival.

Ausstellung

Bieryoga
Fröhliche Verrenkungen beim Bier Yoga!

Aus der Stadt: So sehr ich Berlin liebe, habe ich der Stadt im Juli auch zweimal den Rücken zugewandt, um fürs Wochenende aufs Land zu fahren (fühle mich wie 60 während ich das schreibe). Einmal ging es nach Mecklenburg, an die Müritzer Seenplatte. Mit anderen ehemaligen Au Pairs und Work & Travellern schipperte ich in einem Kanu übers Wasser, was nicht so einfach war, wie man denkt. Aber glücklicherweise sind wir auch nicht gekentert und hatten sehr viel Spaß! Abends haben wir dann noch gegrillt, einen Film geschaut, Lagerfeuer gemacht und auf einem wunderschönen Landgut übernachtet, bevor es Sonntagnachmittag wieder in die Heimat ging. Das ganze hatte so einen nostalgischen Klassenfahrtenflair, wozu vielleicht auch „Findet Nemo“ als Filmwahl und endlose Tischtennismatches beitrugen. Von diesem Wochenende gibt es auch kein einziges Bild, was ja meistens ein gutes Zeichen ist!

Eine Woche später hüpfte ich mit meiner liebsten Mitpraktikantin in den Zug gen Norden. Wir verbrachten das Wochenende in Rostock, also an der Ostsee. In meinem Meer Post habe ich ja schon einige Eindrücke geteilt, einen kleinen Reisebericht wird es auf jeden Fall auch noch geben, denn Rostock ist eine super süße Stadt und perfekt für ein Wochenende mit Urlaubsgefühlen zum Mitnehmen.

Bohlen
Ostseeliebe

In Gedanken: Gedanken, die mich im Juli bewegten. Allerdings hauptsächlich die traurig-pessimistischen, die ich auch aufschrieb.

„Nur ich. Keine Bedeutung, keine Konsequenzen, who cares?“

„Ich erfülle mir meine Träume, baue mir hier ein Leben auf. Liebe die Stadt, liebe die Möglichkeiten. Aber ist das wirklich das richtige? Kann ich hier glücklich werden? Wann werde ich aufhören, mich wie in einer Blase zu fühlen?“

„Schon lange nicht mehr so ein Gefühlschaos an einem Abend erlebt.“

„Niemand kennt mich hier. Das geht so weit, dass ich das Gefühl habe, mich selbst nicht mehr zu kennen. Ein weißes Blatt in einer bunten Stadt. Weggehweht.“

Will mutig sein, mich neu erfinden, alles probieren. Alles? Nein. Nicht um jeden Preis. Ich weiß vielleicht noch nicht genau, wer ich bin, aber dafür, wer ich nicht bin.“

„Es gibt keine Sicherheit, keine Garantie, die uns sagt, ob wir 90 oder 29 werden. Wir wissen es nicht und sind allein mit der Unsicherheit und endlosen Entscheidungen, wie wir unsere Zukunft gestalten.“

In der Zukunft:  Wie schon angedeutet, wird der August voraussichtlich ein ziemlich entspannter Monat. Ich habe einen Wochenendtrip geplant, um eine Au Pair Freundin wieder zu sehen, einige andere Freunde werde ich in Berlin treffen. Ansonsten will ich hier noch mehr ankommen, ein bisschen besser orientiert sein und den Sommer genießen. Denn der September und Oktober werden mit Besuchen, Arbeit, Umzug und Unistart wahrscheinlich ziemlich voll, daher wird im August nochmal durchgeatmet.

Bis bald, Franzi

London – Borough Market, Tate Modern & Skygarden

Hello and welcome to London! Nach dem Verlassen der USA ging es für mich beinahe nahtlos wieder in den Flieger und ab in eine meiner absoluten Lieblingsstädte – London! Grund war der Besuch bei einer ganz lieben Freundin aus den USA, die dort studiert. Vier Tage war ich in der englischen Hauptstadt, die ich gefühlt nur mit Laufen verbrachte und dabei so einiges sah. Hier kommen die Highlights meines ersten Tages! Von meinem Hostel am Hyde Park lief ich einmal quer durch die Stadt zur Themse, denn ich hatte ein ganz bestimmtes Ziel zum Mittagessen im Sinn…

Thames, crazy architecture
Die Architektur an der Themse ist fröhlich gemischt.
Millennium Bridge
So auch die der Brücken.
St Pauls Bridge
Ich war bei meinem Spaziergang ziemlich von der Kuppel der St. Paul’s Cathedral begeistert.
St Pauls Stairs
Wie gesagt…

Borough Market: mein Lunchziel, zu dem es leider ganz schön dauerte, bis ich es erreichte. Zwischendurch wurde ich schon ein paar Mal schwach und hätte mir fast etwas woanders gekauft. Habe ich zum Glück aber nicht gemacht, denn hier gab es sooo viele leckere Möglichkeiten! Ich entschied mich für frische Pasta mit einer Pilzsoße und reichlich Parmesan. Köstlich! Zum Nachtisch bzw. zum Aufwärmen, denn an diesem Tag war es eiskalt, gab es einen heißen Apfelsaft mit Ingwer. Lecker…

Streetart
Welchen Teil der Streetart mochte ich wohl am liebsten?
Flags
Welcome to London!
Way to Market
Der Weg zum Markt führt durch eine Reihe kleiner Gassen.
Alley
Die sind nicht immer schön, aber irgendwie authentisch.
Smell me
Und da war er endlich!
Roof
Ganz viele Londoner waren für ihre Mittagspause hier, sodass die Stände damit werben, dass sie das Essen in 15 Minuten fertig machen.
Flowers
Neben Gerichten gibt es auch frische Lebensmittel, Gewürze, Blumen,…

Gestärkt vom Borough Market ging es weiter zu meinem nächsten Ziel, der Tate Modern. Wie der Name verrät, ein Museum für moderne Kunst, das mich ziemlich umgehauen hat. Die Ausstellungen waren genial konzipiert, es gab überall Erklärungen zu den Werken, was ich gerade bei moderner Kunst echt hilfreich finde. Ich bekam in den Stunden in der Tate so viele Gedankenanstöße, war ein paar Mal schockiert und immer wieder aufs Neue fasziniert von den brillanten Kuratoren, die die unterschiedlichsten Stücke miteinander kombinierten und verständlich machten, warum diese perfekt zusammen passen. Kurz nach meinem Besuch wurde auch noch ein weiterer Teil eröffnet, der gerade renoviert wurde – beim nächsten Mal London wird es für mich also sicher nochmal in die Tate gehen.

Light words
Leider habe ich die Künstler nirgendwo festgehalten, also nur eine kleine Sammlung meiner Lieblingswerke.
Marilyn
Marilyn geht immer. <3
Painting 3d
Dieses „Gemälde“ war dreidimensional und dadurch total interessant.
Attitude
Diese Künstlerin machte afroamerikanische Kunst und hatte dabei echt spannende Botschaften – Lorna Simpson.
Words
Ein ähnliches Bild hatte ich auch schon in San Francisco gesehen – dieses fand ich noch interessanter.

Popart

View
Auch der Blick aus dem Fenster konnte sich sehen lassen!

Apropos Blick: abends traf ich mich mit besagter Freundin und nach Dinner im Sherlock Holmes Pub und einer kleinen Campus Tour machten wir uns auf den Weg Richtung Skygarden. Der ist inzwischen zwar auch kein Geheimtipp mehr, aber mit seinem ganz besonderen Blick über die Stadt auf jeden Fall einen Besuch wert. Wenn es nicht gerade komplett nebelig ist…

Fog
…so wie bei uns.
Gherkin
Aber irgendwie passt der Nebel ja auch zu London.
Tower Bridge
Ja, das ist die Tower Bridge…
Skygarden
Glücklicherweise ist der Skygarden auch innen ein echtes Highlight.

Me

Und das war es dann auch mit dem ersten Post über mein Wochenende in London, bald geht es weiter. Bis dann, Franzi

Gedanken – Am Meer

Es kündigt sich schon aus der Ferne an. Wir sehen es noch nicht, hören es noch nicht. Aber wir riechen es. Ein Geruch, den ich eigentlich nicht mögen dürfte – fischig und salzig – aber ich liebe ihn. Mein Herz schlägt eine kleines bisschen schneller, mein Lächeln wird ein kleines bisschen breiter. Ich bin hin und her gerissen zwischen dem Wunsch loszulaufen, wahlweise auch zu hüpfen. Gleichzeitig will ich langsamer werden, nicht von den Menschen um mich herum getrieben werden, sondern den Moment hinauszögern.

Sonnenuntergang

Egal, ob schnell oder langsam, der Moment kommt und er ist immer wieder mit denselben Gefühlen verbunden. Ein wenig überwältigt von dieser Macht, dieser Größe, dieser Weite. Ein wenig neugierig und erwartungsfreudig, welche Farbe es diesmal haben wird, wie hoch die Wellen schlagen oder ob mich ein spiegelglatter See erwartet. Und dann dieser kurze Moment der Überraschung, dass es wieder neu, wieder anders und einzigartig ist. Dicht gefolgt von der Vertrautheit, der Erkenntnis, dass es zwar neu, aber gleichzeitig auch bekannt ist. Dass es mich genauso glücklich macht wie beim letzten Mal und das Mal davor.

Ostsee wolkig

Ich erinnere mich daran, als Kind nach einer Nacht im Auto auf dem Weg nach Italien im Morgengrauen nur eines zu wollen – das Meer sehen. Ich erinnere mich daran, auf Sardinien durch weißen Sand und glasklares Wasser zu laufen. Ich erinnere mich daran, dick eingepackt über schneebedeckte Strände in Neuengland zu streifen und die rauen Wellen zu beobachten. Ich erinnere mich daran, auf Hawaii begeistert Schildkröten im Wasser zu entdecken. Und noch so viel mehr.

Leuchtturm

Das Meer ist ein Teil von mir, ein Ort, der sich egal wo er ist, wie zuhause anfühlt, bei dessen Anblick ich Schmetterlinge im Bauch habe, wo ich ganz zur Ruhe komme. Ich liebe das Meer, dieses riesige Wasser, das so voll von Ungewissheit ist und an dem sich Fragen doch so gut beantworten lassen. Nichts fühlt sich so sehr nach Urlaub und Freiheit an wie sonnencreme-klebende Haut, salzgefestigte Haare und sandige Zehen. Umso glücklicher bin ich, genau dies am letzten Wochenende erlebt haben zu dürfen. Zwei Tage in Rostock, den Strand mit tausenden anderen Sonnensuchern teilen, aber trotzdem pures Glück und nachhaltige Entspannung empfinden. Und so sehr ich Berlins Großstadtflair liebe – ich vermisse das Meer schon wieder!

Kitesurfen

Bis bald, Franzi

Leseliebe „The Goldfinch“

„Maybe one had to be lost, for all the others to be found.“

Vielleicht musste eines verloren sein, um all die anderen finden zu können.

„The Goldfinch“ bzw. „Der Goldfink“ von Donna Tartt ist eines der besondersten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Oder vielmehr gehört, ich hatte es nämlich als Hörbuch ausgeliehen. Aufgrund der Länge begleitete es mich über Wochen hinweg, ganz losgelassen hat es mich aber auch jetzt – zwei Monate nachdem ich damit fertig bin – immer noch nicht.

Denn Theo Decker, der Protagonist, dessen Werdegang wir von seinem 13. Lebensjahr an  begleiten, wurde in den über 32 gemeinsamen Hörbuch Stunden einfach zu einem Teil von mir. Ich würde nicht sagen, dass ich zu Theo wurde, denn eine gewisse Distanz blieb da schon noch zwischen uns. Ein bisschen fühlt es sich aber an, als wäre er mein Bruder oder ein sehr, sehr enger Freund. Ich kenne ihn, manchmal vielleicht sogar besser als er sich selbst, weiß, wie er tickt, was ihn antreibt. Ich sehe seine Welt durch seine Augen. Und trotzdem sehe ich auch das Unglück, das hinter der nächsten Kurve auf ihn wartet, will ihn stoppen und davor bewahren – greife aber wie ein Schatten ins Leere.

Mal wieder möchte ich nicht zu viel zur Handlung vorweg nehmen, nur so viel: Der junge Theo wird durch Zufall (gibt es den überhaupt?) in einen schrecklichen Vorfall in einem Kunstmuseum verwickelt. Dieser verändert und prägt sein Leben für immer. Er verliert die wichtigste Person in seinem Leben und gewinnt neue hinzu. Er begegnet einer oder mehreren großen Lieben. Er ist plötzlich ganz allein und muss seinen Weg finden. Und er geht unabsichtlich (gibt es das überhaupt?) eine ganz besondere Beziehung zur Kunst ein. Eine Beziehung, die ihn nie wieder loslassen wird und auch dieses Buch durchzieht.

Einerseits ist „The Goldfinch“ ein Kunstwerk. Es folgt einer perfekten Komposition, die wir erst am Ende angelangt, völlig wahrnehmen und würdigen können. Jede Schicht, jedes Detail, jedes Symbol, jedes Wort ist handverlesen und perfekt in die Komposition eingefügt. Das Buch ist unheimlich schön zu lesen und zu hören, man möchte Donna Tartts Worte niemals vergessen, besonders im letzten Abschnitt am liebsten jeden Satz als Zitat in die Welt schreien. Ein perfektes Buch, das uns zeigt, für das Schöne, für die Kunst zu kämpfen, egal wie viel Zeit oder Kraft es kostet.

Und dann ist da die Handlung. Chaos, Dunkelheit, Hoffnungslosigkeit. „The Goldfinch“ ist keine schöne Geschichte, oft fühlt er sich gar nicht an, wie eine Geschichte, sondern vielmehr eine Chronik. Wir folgen Theos Leben, Tag für Tag, Woche für Woche. Wir sind an seiner Seite und erleben Wochen voller Langeweile und Stunden, in denen sich die Ereignisse überschlagen. Wir befinden uns mit ihm in einer Abwärtspirale, krabbeln in ihr hoch, versuchen zu entkommen und werden doch wieder eingesogen. Und egal wie nichtig und unbedeutend manche Ereignisse wirken, irgendwie brauchen wir sie doch, irgendwann passen sie ins Bild, tragen zum großen Ganzen bei.

Aber was ist das große Ganze? Worauf läuft all das hinaus? Was ist die Botschaft dieses Kunstwerks? Natürlich möchte ich das hier nicht vorwegnehmen – nur eins: es ist genauso zerrissen wie der Rest dieses Buchs. Zerrissen zwischen dem Wunsch nach Schönheit und der Machtlosigkeit vor der Realität.

Um euch ein bisschen etwas vom Gefühl des Goldfinks mitzugeben, hier einige meiner liebsten Zitate (auch wenn ich wie gesagt hier gerne das ganze Buch niederschreiben würde) und meine Gedanken dazu:

„My head in the rainclouds, my heart in the sky.“

Mein Kopf in den Regenwolken, mein Herz im Himmel.

Der Kopf und das Herz, auf ganz verschiedenen Ebenen, scheinbar unvereinbar. Und doch – wenn das Herz im Himmel ist, folgen wir ihm. Lassen den Kopf im Regen stehen und lieben.

„How can I see so clearly that everything I love or care about is illusion and yet, for me anyway, all that’s worth living for lies in that charm?“

Wie kann ich so klar sehen, dass alles, was ich liebe und was mir wichtig ist, eine Illusion ist und doch, zumindest für mich, liegt alles Lebenswerte in diesem Zauber?

„Every Disney Princess knows the answer: follow your heart. What if you can’t trust your heart?“

Jede Disney Prinzessin kennt die Antwort: folge deinem Herzen. Was, wenn du deinem Herzen nicht trauen kannst?

Da sind sie wieder, der Kopf und das Herz. Die Machtlosigkeit unseres Kopfes, der sich Ordnung wünscht, der den einfachen, den richtigen Weg vor uns sieht. Aber wir betreten ihn nicht. Denn was nützt uns eine gerade Strecke, wenn unser Herz im Labyrinth zurück bleibt. Was bleibt noch von uns, ohne unsere Passionen und Liebe, egal wie falsch sie sind?

„For me, life is catastrophe. No way out, but death.“

Für mich heißt Leben Katastrophe. Kein Ausweg als der Tod.

So düster, dunkel und aussichtslos. Aber auch so wahr. Denn es wird nie nur schön, nur gut sein. Das Schlechte wartet immer früher oder später. Also bleibt nur der Tod? Nein, denn…

„Because, between reality on the one hand and the point where the mind strikes reality, there’s a middle zone, a rainbow edge where beauty comes into being, where two very different surfaces mingle and blur to provide what life does not: and this is the space where all art exists and all magic.“

Denn zwischen der Realität auf der einen Seite und dem Punkt, an dem unsere Vorstellung die Realität trifft, gibt es eine Zwischenzone, den Rand eines Regenbogens, an dem Schönheit beginnt zu entstehen, wo sehr verschiedene Oberflächen sich verbinden und zu etwas verschwimmen, das das Leben uns nicht geben kann: und in diesem Raum existiert die Kunst und jede Magie. 

Diesen wunderschönen Worten kann ich auch nichts mehr hinzufügen, außer: auch wenn „The Goldfinch“ ein sehr langes und nicht immer einfaches Buch ist, hat es so viel Schönheit, so viele inspirierende Gedanken, so perfekte Worte und gleichzeitig so viel Echtheit in sich, dass sie über die Durststrecken und Dunkelheit hinwegtragen. Jeder, der etwas für Kunst empfindet, jeder, der schon einmal einen Fehler gemacht hat, der schon einmal etwas oder jemanden verloren, der schon einmal geliebt hat, wird sich in diesem Buch finden. Und verlieren. Aber das brauchen wir auch manchmal.

Bis bald, Franzi

Kauai, Hawaii – Heli Flug und Waimea Canyon

Waterfall

Es ist soweit, wir sind am letzten Post zu meinem Reisemonat angelangt. Und natürlich muss so ein Trip – von San Francisco und Sausalito, entlang der kalifornischen Küste, ins verrückte Las Vegas, an den atemberaubenden Grand Canyon, über die Brücken der Road to Hana und auf dem Haleakala Vulkan auf Maui bis aufs kleine, paradiesische Kauai – mit etwas Dramatischem, ganz Besonderen enden. Here we go: Eindrücke unseres Helikopterflugs über Kauai. Ich bekommen beim Anschauen der Bilder immer noch ein wenig das Kribbeln im Bauch, das ich während dieser magischen Stunde in der Luft spürte…

Heli
Das war er: unser Heli!
Ostküste
Los ging es entlang der Südküste…
Maze
landeinwärts…
Green
über Berge…
Flying through Rain
… und Täler.
Waimea Canyon
Aber Kauai kann mehr als Grün!
Canyon
Das ist der Waimea Canyon.
Sea
Und nochmal eine völlig neue Landschaft:
Napali Coast (2)
die Napali Küste.
Napali Coast
Die ist kaum zugänglich – es gibt nur einen gefährlichen Wanderweg.

Coast (2)

Coast

Berge
Durchs Tal wieder ins Land.
Crater
Rein in den (grünen) Krater des Vulkans der Insel.
Falls
Einer der nassesten Orte der Welt – voller Wasserfälle.

 

Valley (2)
Und schon war diese wunderbare Zeit vorbei und wir flogen wieder gen Heliport.

Ich denke die Bilder zeigen ganz gut, wie unfassbar beeindruckend der Flug war, einfach schon, da so viele völlig verschiedene Welten auf dieser kleinen Insel zusammen kommen. Und natürlich auch, da wir einige der Orte, wie den Vulkan Krater oder die Napali Küste anders kaum hätten erreichen können.

Einen Ort, den man allerdings auch mit dem Auto und zu Fuß erreichen kann, ist der Waimea Canyon, der ganz oft mit dem Grand Canyon verglichen wird. Auch wenn er viel kleiner ist, ist er ebenfalls sehr, sehr beeindruckend und deshalb hier zum Abschluss noch einige Bilder vom Ausflug dorthin:

Fahrtstrecke

Strecke
Kurvige Straßen zum Canyon

Canyon

Green Canyon

Landscape

Rocks and Sand

Rocks

Waterfall

Canyon (2)

Wir fuhren dann noch weiter nach oben zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man einige Blicke auf die Napali Küste hat. Das war unser Blick, als wir dort ankamen:

Lookout

Nebelwand

Toll, oder? Da war also diese Nebelwand vor uns und wir sahen NICHTS. Was tun? Wir warteten, fuhren noch ein bisschen rum, kamen zurück, warteten noch ein bisschen und dann…

Nebel
…sahen wir ein bisschen mehr
Klippen
… und noch ein bisschen mehr
Coast
… und für einen kurzen Moment die wunderschöne Napali Küste von oben! Das Warten hat sich gelohnt.

Ich möchte diesen Post eigentlich gar nicht beenden, denn es fühlt sich ein bisschen so an, als müsste ich noch einmal in den Flieger nach Deutschland steigen, meinen Reisemonat beenden, mich von den USA und meinem Leben als Au Pair verabschieden. ABER zum Glück kommen noch ganz viele weitere Reisen und Erlebnisse auf euch und mich zu. Bis dahin, Franzi